13 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Willers-Jessen-Schule als „Überlaufventil“

Flüchtlingsunterkunft Willers-Jessen-Schule als „Überlaufventil“

Ob die ehemalige Willers-Jessen-Schule jemals für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wird, vermag derzeit keiner genau zu sagen. Auch nicht Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel. Die Zuweisung für 2016 liegt nach seinen Worten bei 290 Personen.

Voriger Artikel
NOK-Ausbau wird weiter vorbereitet
Nächster Artikel
Offene Ganztagsschule soll kommen

Ob die ehemalige Willers-Jessen-Schule jemals für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wird, bleibt unklar.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Bislang wurden in diesem Jahr 51 Flüchtlinge dezentral im Ostseebad untergebracht.

Im vergangenen Jahr, so sagte der Verwaltungschef vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen, habe der Flüchtlingsstrom erst im Juli eingesetzt. Es sei also nicht auszuschließen, dass die Zahl von Asylbewerbern in den kommenden Monaten noch deutlich zunehme. Derzeit würde die Stadt durch die Anmietung von Räumen über Platz für die Unterbringung von 80 Personen verfügen. „Die Willers-Jessen-Schule wäre ein Überlaufventil, sollten wir einmal mit dem Rücken zur Wand stehen“, sagte der Bürgermeister. Vorübergehend könnte dort Wohnraum für bis zu 100 Personen entstehen. Um nicht gezwungen zu werden, für diese Zwecke einmal auf Sporthallen ausweichen zu müssen, stellte der Verwaltungschef den Antrag, 214000 Euro für eine Umnutzung der Willers-Jessen-Schule bereitzustellen. Detailliert geht es um den Brandschutz für die Räume, die von Vereinen und Verbänden genutzt werden (62000 Euro), um eine spätere Nachnutzung (70000 Euro) sowie um den Umbau von Klassenräumen für Flüchtlinge (82000 Euro). Jörg Sibbel unterstützte die Auffassung des Ausschussvorsitzenden Ralph Krüger, der angesichts des anfallenden Beträge von einer „kostengünstigsten Möglichkeit der Unterbringung“ gesprochen hatte. In anderen Kommunen, so der Bürgermeister, seien ganze Containerdörfer im Zulauf. In einzelnen Gemeinden habe man sogar Hotels erworben und würde nun auf den entstandenen Kosten sitzen.

Eine große Unsicherheit herrscht in den Städten und Gemeinden dahingehend, was passiere, wenn die Asylbewerber anerkannt seien. Dann können die Kommunen eine Unterbringung nicht mehr selbst steuern. „Da gibt es sehr viele Unwägbarkeiten“, sagte Sibbel.

Der Plan, in die seit einigen Jahren leerstehende Schule die Eckernförder Touristik und Marketing GmbH und einen städtischen Kindergarten unterzubringen, wurde angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt schon vor einiger Zeit auf Eis gelegt. Hierfür hätten rund 6,15 Millionen Euro aufgebracht werden müssen. Ein Betrag, der im städtischen Etat in absehbarer Zeit nicht verfügbar ist.

Der Beschluss, die beantragten 214000 Euro als überplanmäßige Ausgabe in den Haushalt 2016 einzustellen, wurde vom Ausschuss einstimmig gefasst.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3