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Amt will nur noch Familien

Flüchtlingsunterkunft in Gettorf Amt will nur noch Familien

Kurswechsel bei den Plänen für die neue Flüchtlingsunterkunft in Gettorf: In den ehemaligen Containerklassen an der Isarnwohld-Schule möchte das Amt Dänischer Wohld nun Familien unterbringen, keine alleinreisenden männlichen Asylbewerber. „Wir wollen damit den Ängsten von Eltern Rechnung tragen“, erklärte Amtsdirektor Matthias Meins am Dienstag.

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Ein Obdach für Familien: Die ehemaligen Pavillonklassen in Gettorf werden zur Flüchtlingsunterkunft umgestaltet.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Der Einzug der ersten Flüchtlinge verschiebe sich auf April.

Als Grund für das Umdenken nannte der Amtsdirektor die Übergriffe zu Silvester in Köln. Zwar hielten sich E-Mails und Anrufe besorgter Bürger in Grenzen, so Meins, „doch wir hören in die Schule hinein“. Eltern sollten ihre Kinder nicht mit einem Angstgefühl zum Unterricht schicken. Sorge bereite den Erziehungsberechtigten weniger die Nationalität der Asylbewerber, sondern vielmehr deren Geschlecht: „Es ist die Konstellation mit den Männern“, so Meins.

Deshalb überarbeitet das Amt seine Pläne. „Wir wollen die Unterkunft so verändern, dass dort Familien untergebracht werden können“, erklärte der Verwaltungschef. Das Ziel laute, die Pavillonklassen mit möglichst geringem Aufwand umzugestalten. Überlegungen gingen dahin, Nasszellen in die früheren Klassenzimmer einzubauen und die sanitären Anlagen geschlechtsneutral zu gestalten. Nach seiner Einschätzung bietet der Komplex nur noch Platz für 60 statt für 90 Flüchtlinge.

Nach Rücksprache mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde rechnet Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely künftig mit der Zuweisung von mehr Familien und weniger Einzelpersonen. Ob der Trend anhalte, stehe in den Sternen. „Menschen aus sicheren Drittstaaten werden seit November nicht mehr in die Fläche verteilt“, so Meins. Zurzeit beherbergt das Amt Dänischer Wohld 239 Flüchtlinge, darunter 156 Syrer. Menschen aus Nordafrika? Fehlanzeige.

„Aber an der Notwendigkeit, die ehemaligen Pavillonklassen zu nutzen, hat sich nichts geändert“, sagt Amtsvorsteher Kurt Arndt. Sollte der Flüchtlingsstrom abnehmen, falle zuerst der Standort an der Isarnwohld-Schule weg. Momentan gebe es jedoch keine Alternative, so Hans-Ulrich Frank, Schulverbandsvorsitzender Gettorf und Umgegend. Eine Verlegung der Container lasse sich nicht bewerkstelligen.

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