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Die Partynächte bleiben unvergessen

"Frau Clara" in Eckernförde Die Partynächte bleiben unvergessen

Die letzten Mauern sind gefallen, die maroden Holzbalken entsorgt: „Frau Clara“ ist Geschichte. Fast 30 Jahre lang war das Gebäude in der Frau-Clara-Straße 8 die angesagteste Szenekneipe von Eckernförde.

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Es wurde oft und ausgelassen in der „Frau Clara“ gefeiert. Die Collage aus mehreren Fotos, die sich im Besitz von Falko Windhaus befindet, zeigt die Stammgäste Sabine, Michael, Dagmar und die damalige Wirtin Angelika (von links).

Quelle: privat

Eckernförde. Diese Ära hat mit dem Abriss des Hauses nun ein Ende gefunden. Auf dem Grundstück soll im kommenden Jahr ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. „Ich war am Tag nach der Eröffnung das erste Mal da“, erinnert sich Falko Windhaus noch genau. Wie kein anderer hat der in Eckernförde lebende Künstler die „Frau Clara“ in den Anfangsjahren geprägt. Nahezu jeden Abend saß er zusammen mit seinem Künstlerkollegen und Freund Holger Späth am Tresen. Stets auf den gleichen, strategisch wichtigen Plätzen. „Wir hatten von dort aus immer die Eingangstür im Blick“, erzählt der heute 61-Jährige.

Nicht nur die Kneipe war rappelvoll

Die ersten Wirtsleute, Angelika „Geli“ Witt und Jürgen Cechowitz, hatten zumeist keine Zeit, sich umzuschauen, denn es gab viel zu tun. Ihre Kneipe war jeden Abend rappelvoll. Das waren viele Gäste oftmals auch, wenn spät in der Nacht abgeschlossen wurde. Vor allem dann, wenn die legendären Partys gefeiert wurden. Falko, wie er kurz und knapp von vielen angesprochen wird, erinnert sich spontan an „Falsche Oktoberfeste“ und an eine lange Nacht im Stil der 20er-Jahre, bei der die Gäste im entsprechenden Outfit kamen, während Gerhard Breier, Walter Peetz und Rembert Bauer für die passende Musik sorgten. Falko, der aus Bielefeld nach Eckernförde gekommen war und nicht zuletzt wegen der „Frau Clara“ bis heute in Eckernförde geblieben ist, stattete den Raum für den speziellen Abend mit großformatigen Bildern zum Thema „Golden Twenties“ aus.

Nur ein Fest verlief nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte: „Beim ,Großen Fressen’ sollten die Gäste bewusst aufs Besteck verzichten, doch das taten nur wenige. Viele griffen letztlich doch zu Messer und Gabel“, erinnert sich Falko noch gut. Dass nach der weihnachtlichen Bescherung am 24. Dezember viele Jugendliche zur Party in die „Frau Clara“ kamen, war noch bis vor wenigen Jahren so. Den Ursprung hatte die „Christmas-Party“ ebenfalls in der Zeit von „Geli“, Jürgen und Falko. „Es war mit Abstand der umsatzstärkste Tag des Jahres“, blickt der 61-Jährige auf diese Feste zurück.

Eingangstür wurde versteigert

Nach „Geli“ und Jürgen übernahm zunächst ein Zwillingspaar die Kneipe. Danach kamen noch einige andere Gastronomen, bis vor wenigen Jahren schließlich Schluss war. Ein letzter Umbauversuch scheiterte. Seither waren die Fenster zugenagelt. Die von Falko bemalte Eingangstür blieb allerdings vom Abrissbagger verschont. Sie fand bei einer Inventarversteigerung einen Liebhaber. Viele Stammgäste haben aus der fast 30-jährigen Geschichte der „Frau Clara“ sicherlich ganz persönliche Erinnerungen. Der Eckernförder Geschäftsmann Dirk Schreiber weiß zum Beispiel noch, dass er sich dort erstmals mit seiner späteren Frau traf.

Wir rufen unsere Leser auf: Schreiben Sie uns ihre Erinnerungen aus der „Frau Clara“-Zeit per E-Mail: eckernfoerderredaktion@kieler-nachrichten.de

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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