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Frauen ackern im Grünen

Eckernförde Frauen ackern im Grünen

Sabine Herber weiß, was sie will. „Ich möchte etwas dazulernen“, sagt die agile Koselerin. Dass das, was Eckernfördes Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christine Blum initiiert hat, ein „schönes Projekt“ ist, findet nicht nur Sabine Herber. Sie und neun weitere Teilnehmerinnen kultivieren sie als reines Frauen-Projekt eine rund 600 Quadratmeter große Parzelle in der Kleingartenkolonie Pupke.

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Gemeinsamer Kampf gegen „nicht gewollte Beikräuter“: Anja Brückner, Sabine Herber und Edith Reinberg (von links) entfernen Berge von Grünpflanzen, um Platz für Gemüsebeete zu schaffen.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Dass es so richtig schön grünt und blüht, das wünschen sich alle Beteiligten. Allerdings nicht so unkontrolliert wie zum Zeitpunkt, als sie den Garten übernommen haben. Mehrere Jahre hatte er leer gestanden, weiß Hermann Brütt, Vorsitzender des rund 615 Mitglieder zählenden Kleingartenvereins Eckernförde. Als Katrin Christine Blum und Christine Karm vom Verein Pro Regio mit der Bitte an ihn herantraten, eine freie Parzelle für ein Gartenbauprojekt zur Verfügung zu stellen, sagte Brütt spontan ja. Weil er die Idee so toll fand.

 Bevor die zehn Frauen, die einem Aufruf gefolgt waren, loslegen konnten, hatten Klaus Schnack und seine Mitarbeiter vom Verein Umwelt, Technik, Soziales (UTS) bereits grobe Vorarbeiten geleistet. Das war notwendig, denn ansonsten hätte man das Ganze als Dschungelcamp titulieren müssen. Zu tun gibt es aber immer noch genug. „Nicht gewollte Beikräuter“ – im Volksmund Unkraut genannt – prägen weite Teile der Parzelle. „Die müssen mitsamt der Wurzeln raus“, weiß Birgit Michalzik, eine ausgebildete Fachberaterin, die den zehn ambitionierten Kleingärtnerinnen vom Verein als Coach zur Seite gestellt wurde.

 Sabine Herber, Anja Brückner und Edith Reinberg sind drei der zehn Kleingärtnerinnen, die großen Wert auf das gemeinschaftliche Erleben legen. Knieend und inzwischen auch schon mit erkennbarer Routine nehmen sie sich derzeit der besagten „Beikräuter“ an. Eimerweise werden diese abtransportiert und entsorgt. Katrin Christine Blum sorgt während des Jätens nicht nur für eine kühle Erfrischung zwischendurch. Sie selbst hat sich die Aufgabe gestellt, eine hölzerne Plattform zu bauen, die den stabilen Untergrund für die geplante Erholungs- und Grillecke bilden soll. Der Umbau mit der Bohrmaschine ist ihr dabei keineswegs fremd. Auf die Wasserwaage verzichtet sie. Frauen haben wohl einfach ein Gespür dafür, ob etwas gerade ist oder nicht.

 Mindestens ein Jahr lang, so sagt die Gleichstellungsbeauftragte, soll das Projekt dauern. Die Mitwirkenden können sich durchaus eine längere Zeit vorstellen. Die knapp 120 Euro, die jährlich für Mitgliedschaft, Pacht und Wassergeld anfallen, kommen derzeit aus dem Etat von Katrin Christine Blum.

 Schon jetzt freuen sich alle Beteiligten über blühende Blumen, aber auch über das sprießende Gemüse. Für Sonnabend, 18. Juli, planen die Kleingärtnerinnen ein Sommerfest. Und im Oktober soll Erntedank gefeiert werden.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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