27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Kirchturm bleibt verschollen

Schwedeneck Kirchturm bleibt verschollen

Regen und Wind erschwerten die Dokumentation bei der archäologischen Grabung an der St. Catharinenkirche zu Jellenbek auf der Steilküste von Schwedeneck. Die Suche nach dem Kirchturm blieb trotz aller Bemühungen erfolglos.

Voriger Artikel
Es fehlt an Geld und Sprachlehrern
Nächster Artikel
Jedes Bienenvolk hat seine Türsteher

Lorenz Luick und Janna Kordowski tragen behutsam die Erde ab, um die Gebeine weiter freizulegen.

Quelle: Frank Peter

Schwedeneck. Immer wieder goss es in Strömen und die zehn Kieler Studenten der Ur- und Frühgeschichte mussten die Fundzettel in Plastiktüten retten und die Planen sichern, damit diese nicht wegwehen.

Nachdem die Hauptarbeiten an der Kirche in den letzten Jahren abgeschlossen und die Reste der Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert gesichert wurden, widmete sich die 14-tägige Kurzkampagne der Suche nach Kirchturm und Friedhof. „Wir wollen untersuchen, wie der Friedhof aufgebaut ist“, erklärte Grabungsleiterin Katja Wehner. Untersucht wurde, ob die Menschen in Holzsärgen bestattet wurden, wie ihre Körper positioniert und wie viele Menschen übereinander bestattet wurden. „Einigen wurden die Hände gefaltet, anderen Hände und Füße gekreuzt, manchen die rechte Hand auf das Herz gelegt“, berichtete Masterstudentin Janna Kordowski. Anhand der Arm- und Beinstellungen könne man eine zeitliche Eingrenzung vornehmen, ergänzte Lorenz Luick. Das ist vor allem interessant, weil das Team bereits im letzten Jahr einschlägige Hinweise dafür sammeln konnte, dass vor dem Bau der Backsteinkirche ein Holzkirchlein existierte. Denn unter dem Fundament der Steinkirche befanden sich zwei Gräber, in denen mittelalterliche Keramik gefunden wurde.

Auch wenn die Holzsärge schon lange zersetzt wurden, konnte man ihre Umrisse an der dunkleren Erde klar erkennen, aus der die Studenten verschieden große Sargnägel bargen. „Die Größe variiert so stark, weil sie handgemacht wurden“, erklärte Luick während er vorsichtig die Erde abkellte. Zunächst werden alle Funde verortet und fotografiert. Die Auswertung findet nach der Grabung statt. Knochen und Zähne werden im Labor untersucht. „Sie geben Aufschluss über Geschlecht, Ernährung und Verwandtschaft“, verriet Lisa Böhme von der Kieler Graduiertenschule „Human development in landscapes“.

Demnach sei eine weitere Kampagne laut Wehner denkbar. Fest stehe allerdings noch nichts.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3