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Nabu reinigt Amphibienleitanlage

Frühjahrsputz an der L26 Nabu reinigt Amphibienleitanlage

So langsam rührt sich was. Allmählich erwacht die Natur aus dem Winterschlaf. Waren die Nächte bisher noch sehr kalt, so hat sich das inzwischen gelegt. Und mit dem Temperaturanstieg setzt nun auch wieder der Krötenzug ein. So auch an der L26 (Bundeswehrstraße) im Nordosten der Stadt.

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Trotz der stationären Leitanlage für Amphibien an der L
26 ist die Gefahr für die Tiere nicht gebannt. Autofahrer sollten in den kommenden Wochen besonders vorsichtig sein.

Quelle: Patrick Pleul

Eckernförde. „Wenn die Nachttemperaturen auf etwa sieben Grad angestiegen sind, machen sich die Amphibien auf den Weg in die Laichgebiete“, weiß Jürgen Schmidt vom Nabu in Eckernförde.

Seit 2013 befindet sich dort eine stationäre Amphibienleitanlage, die dafür sorgen soll, dass Frösche, Molche und Eidechsen unter der Fahrbahn hindurch zum Laichgebiet am Eimersee gelangen können. Damit das klappt, haben Nabu-Mitglieder das Umfeld der Anlage gereinigt und kleine Reparaturen vorgenommen. „Jetzt können die Kröten kommen“, sagt Schmidt.

Ein kurzer Rückblick: Bis zum Frühjahr 2003 fanden viele Amphibien auf der Landesstraße 26 während der Wanderung vom Winterlebensraum zum Laichgewässer den Tod unter Autoreifen. Um das dauerhaft zu verhindern, schaffte der Nabu mit Unterstützung der Stadt und der Umweltlotterie Bingo einen Krötenzaun an. Seitdem wurde die Anlage jährlich im Frühjahr aufgebaut und von ehrenamtlich tätigen Helfern betreut. Elf Jahre lang wurden die Amphibien entlang des Zauns in Eimern aufgefangen, und so sicher auf die andere Straßenseite getragen. So konnten während dieses Zeitraums in 3886 ehrenamtlich geleisteten Stunden exakt 25819 Tiere gerettet werden. Darunter nicht nur Erdkröten (rund 80 Prozent), sondern auch Gras- und Moorfrösche, Teich- und Kammmolche sowie vereinzelt Laubfrösche oder Wald- und Mooreidechsen.

Seit Juli 2013 gibt es beiderseits der Straße einen etwa 300 Meter langen „Zwangsweg“ für die Amphibien, unterbrochen durch drei unter der Fahrbahn liegende Tunnel und zwei Wasserdurchlässe. Diese fünf Querungsmöglichkeiten liegen in der Hauptzugrichtung der Amphibien.

So ganz ist die Gefahr für die Tiere allerdings noch nicht gebannt. Die motorisierten Nutzer der L26 werden vom Nabu gebeten, in den kommenden Wochen trotz der vermeintlich sicheren Querung vorsichtig zu fahren. „Nicht alle Tiere, die auf dem Weg zum Laichgewässer sind, bewegen sich auf diesem Teilstück der Landesstraße – sondern auch daneben. Und bislang gibt es dort keine Schilder, die auf den Krötenzug hinweisen“, erläutert Schmidt.tze

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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Foto: Doppelpack: Männchen sind kleiner als Weibchen und deutlich in der Überzahl. Kommt eine Krötenfrau des Weges, setzt sich das Männchen darauf und lässt sich bis zum Laichplatz tragen. Denn was man hat, das hat man.

Zurzeit wandern die Kröten wieder zu ihren Laichgewässern. Der Meimersdorfer Weg ist zurzeit teilweise für Autofahrer gesperrt. Die dämmerungsaktiven Amphibien ziehen vom Vieburger Gehölz an den Schulensee.

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