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Jetzt ist der Kreis am Zug

Radweg an der Levensauer Hochbrücke Jetzt ist der Kreis am Zug

Seit mehreren Jahren ist der Fahrradweg auf der nördlichen Auffahrt zur alten Levensauer Hochbrücke derart marode, dass er nicht mehr benutzt werden darf. Jetzt – im Zuge der Planungen für den Brücken-Ersatzneubau – keimt Hoffnung auf.

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Der Fahrradweg auf der Brückenauffahrt ist zu einem großen Teil weggebrochen. Fahrradfahrer – wie hier Meike Roggenkamp aus Gettorf – sind aufgefordert, die Straße zu benutzen.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Neuwittenbek. Es geht darum, dass entlang der Kreisstraße ein drei Meter breiter kombinierter Fuß- und Radweg angelegt wird. Für den Straßenbereich, der in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Kiel fällt, ist dies bereits fest vorgesehen. „Vom Kreis Rendsburg-Eckernförder warten wir jedoch noch auf ein positives Signal“, so der Neuwittenbeker Bauausschussvorsitzende Wilfried Johst (SPD)

 „Man kommt sich hier fast vor wie in Osteuropa“, sagt der 60 Jahre alte Lokalpolitiker und zeigt auf den Fahrradweg, der eigentlich gar keiner mehr ist. Die Leitplanke hängt schief, die tiefen Risse im Asphalt wären in der Dunkelheit nicht zu erkennen. „Lebensgefährlich“, sagt Meike Roggenkamp. Die Gettorferin fährt dreimal wöchentlich mit ihrem Fahrrad über die alte Levensauer nach Kiel. Mittlerweile, so sagt sie, sei den Autofahrern bekannt, dass die Radfahrer auf den Brückenfahrten die Straße benutzen müssen. Angehupt werde sie nur noch ganz selten. Ihr Appell an die Autofahrer: „Haltet beim Überholen von Fahrradfahrern bitte einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern ein!“ Bei stark böigem Wind bestehe die Gefahr, dass Radfahrer zur Seite gedrückt werden – vor allem direkt auf der Brücke, da es dort keinerlei Windschutz gebe.

 Noch in diesem Monat soll es ein Gespräch zwischen dem Kreis und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) geben. Wilfried Johst hofft, dass der Kreis dann auf die WSA-Linie einschwenkt. Worum geht es? Auf der nördlichen Kanalseite soll kurz vor der Brücke an der westlichen Böschung eine Baueinrichtungsfläche aufgeschüttet werden, um dort Material zu lagern oder um die einzelnen Segmente für den Brückenneubau zu montieren. Für die Aufschüttung werden geschätzt rund 10000 Lkw-Ladungen benötigt. Ursprünglich war angedacht, dass die Lastwagen über die Gemeindestraße in Levensau geführt werden. „Dort stehen fünf Häuser. Für die Bewohner wäre dies eine extreme Belästigung“, so Johst. Deshalb sei er froh, dass das WSA seine Bereitschaft erklärt habe, als Alternative seitlich an der Brückenauffahrt eine Baustraße einzurichten. Damit würde der Lkw-Verkehr über die Kreisstraße, die während der Bauzeit ohnehin gesperrt ist, und nicht über die Gemeindestraße rollen. Zugleich soll der Aushub, der beim Abtragen auf der nördlichen Dammseite anfällt, über den Spurplattenweg am Kanal abtransportiert und in der ehemaligen Kiesgrube östlich der beiden Kanalhochbrücken verbracht werden.

 „Mit dieser Lösung könnten wir sehr gut leben“, freut sich Wilfried Johst über das Entgegenkommen des WSA. Allerdings gibt es noch einen kleinen Haken: Für die Verbreiterung des Damms auf der Nordseite des Kanals müsste der Kreis Land zukaufen. Das muss nach Meinung des Neuwittenbeker Bauausschussvorsitzenden jedoch kein Nachteil sein – im Gegenteil. Der Kreis hätte den Vorteil, dass durch die Aufschüttungen für die Baueinrichtungsfläche bereits Bodenmaterial für die ohnehin notwendige Ertüchtigung des Damms und das Anlegen eines kombinierten Rad- und Fußwegs vorhanden wäre. Auf diese Möglichkeit zu verzichten, wäre nach Johsts Auffassung ein großer Fehler.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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