12 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Die Suche beginnt im Netz

Fundbüro online Die Suche beginnt im Netz

Schlüssel gefunden beim Spaziergang in Eckernförde am Wochenende. Aber wohin damit? Das Fundbüro ist ja geschlossen. Das wird jetzt anders. Finder können ihre Entdeckung bald online melden. Und wer etwas vermisst, kann checken, ob zur fraglichen Zeit eine ähnliche Sache aufgetaucht ist.

Voriger Artikel
„Der Norden liest“: Literatur trifft Musik
Nächster Artikel
Glasfasernetz für 37,5 Millionen kommt ab Februar

Dirk Horn vom Bürgerbüro ist für Fundsachen zuständig. In diesem Keller im Rathaus werden handliche Gegenstände und der kleinerer Teil der Fahrräder untergebracht. Von der Unterarmstütze über Turnbeutel bis zum Kiteboard ist alles dabei.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. „Fundbüro Online“ heißt es auf der Homepage der Stadt Eckernförde ab sofort. „Allerdings ist das nur Ergänzung zum Fundbüro“, betont Klaus Kaschke, Chef des Ordnungsamtes. „Wer hofft, er sieht im Netz ein Foto vom vermissten Smartphone mit genauer Beschreibung, irrt allerdings.“ Dennoch ist das neue Serviceangebot für Vergessliche und Verlierer, das erst zum Teil freigeschaltet ist, hilfreich. Dirk Horn aus dem Bürgerbüro, der für Fundsachen zuständig ist: „Ins Suchfeld auf der betreffenden Seite im Netz trägt man beispielsweise das Wort Schlüssel ein. Es erscheinen alle gefundenen Schlüssel mit Funddatum. Handelt es sich um ein Schlüsselbund, heißt es diverse Schlüssel. So weiß derjenige, der etwas verloren hat, ob ein Besuch im Eckernförder Fundbüro grundsätzlich Sinn macht.“ Warum geht es nicht genauer? „Weil sonst jeder jede Sache genau beschreiben könnte, ohne rechtmäßiger Eigentümer zu sein“, ergänzt Kaschke. „Auch wer ins Bürgerbüro kommt, muss verlorenes Gut genau beschreiben, bevor wir es zeigen und herausgeben dürfen.“

 Genau sein soll dagegen der Finder, wenn er demnächst eine Fundsache online im Fundbüro meldet. Kaschke: „Diese Angaben erreichen nur die Verwaltung. Der große Vorteil: Auswärtige Finder müssen nicht extra wieder nach Eckernförde fahren und sich unseren Öffnungszeiten anpassen. Und wir können die Dinge rasch ins Netz stellen.“ Dazu gehört auch, dass der Finder den Gegenstand in Absprache mit Dirk Horn bei sich aufbewahren kann. Der Eigentümer müsste sich dann mit ihm in Verbindung setzen, um es abzuholen. „Bei Fahrrädern oder ähnlich großen Gegenständen wäre uns das eine Hilfe“, betont Horn.

 Wohl wahr: Nichts nimmt in den Behördenkellern so viel Platz wie all die Drahtesel ein. Von nagelneu bis uralt, von Hightech bis unvollständig reicht das Spektrum. Unter jährlich rund 600 Fundsachen werden besonders viele Fahrräder gemeldet. Kaschke: „Dass jemand sein Rad vergisst, ist unwahrscheinlich. Dass es gestohlen und anderswo abgestellt wird, kommt häufig vor. Polizeiliche Ermittlungen auch mit Hilfe von Fundbüros laufen oft ins Leere, wenn der Eigentümer seine Rahmennummer nicht kennt oder weit entfernt wohnt“, sagt Kaschke. Also sind momentan zwei Lagerräume voller Fahrräder. Noch voluminöser waren nur eine Jolle und ein defektes Ruderboot. Die Eigentümer fanden sich nie.

 Nicht abgeholte Fundsachen darf der Finder nach sechs Monaten beanspruchen. Erst nach drei Jahren gehören sie ihm endgültig. Beansprucht er Finderlohn vom Besitzer, dürfen das fünf Prozent des Zeitwerts sein (Sachen bis 500 Euro, darüber hinaus plus 3 Prozent). Das Fundbüro Eckernförde befindet sich im Rathaus (Zi. 36, Tel. 04351/710-332, www.eckernfoerde.de)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3