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Neuer Name, aber GWU bleibt GWU

Eckernförde Neuer Name, aber GWU bleibt GWU

Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) Eckernförde erfindet sich neu. Mit einer Satzungsänderung wird dem aus Stephan Seliger und Jan Rieker bestehenden hauptamtlichen Vorstand mehr Kompetenzen eingeräumt, weil sich der nebenamtliche Vorstand zurückzieht.

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Dem nebenamtlichen Vorstand, dem Klaus Buß (rechts) als Vorsitzender und Reiner Bunte (links) als stellvertretender Vorsitzender angehören, wird sich ab 2018 zurückziehen. Dafür erhalten Stephan Seliger (zweiter von links) und Jan Riecker als hauptamtlicher GWU-Vorstand künftig mehr Kompetenzen.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. „Wir haben lange gerungen“, gesteht Klaus Buß, Vorsitzender des nebenamtlich agierenden Vorstandes. So ging die Änderung der Satzung nicht so leicht vonstatten, wie erhofft. Doch letztlich hätten alle Beteiligten eingesehen, dass die bisherige Struktur nicht mehr zeitgemäß sei. Sowohl Buß selbst als auch sein Stellvertreter Reiner Bunte und die ebenfalls zum nebenamtlichen Vorstand zählende Ingrid Ehlers werden 2018 abtreten. Der Vorstand wird dann nur noch aus Seliger und Riecker bestehen. Der derzeit noch neunköpfige Aufsichtsrat mit Bürgermeister Jörg Sibbel an der Spitze soll künftig nur noch aus fünf bis sieben Personen bestehen.

 Die zweite Neuerung: Das GWU bleibt zwar das GWU – und doch ändert sich der Name. Aus dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen wird zum 1. September das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen. Selbstverständlich hat auch das Gründe. „Die Gemeinnützigkeit haben wir schon seit 1990 nicht mehr“, erklärt Klaus Buß. Mit der Satzungs- und der Namensänderung trage man den Gegebenheiten nun Rechnung.

 Eines hat sich in 2015 im Vergleich zu den Jahren davor nicht geändert. Das GWU schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. „Die gute Geschäftslage entspricht den im Vorjahr dargelegten Erwartungen und zeigt einmal mehr, dass wir mit unserer Strategie, die Gewinne in den Bestand oder in die Wohnungsanschaffung zu investieren, richtig liegen“, betont Seliger.

 Ziel sei, den Bestand auch in den kommenden Jahren durch Neubauten und den Ankauf weiterer Wohnungen zu vergrößern, um den Mitgliedern langfristig modernen Wohnraum zu bezahlbaren Konditionen anbieten zu können. Obgleich man im Wettbewerb mit anderen Gesellschaften stehe, bleibe man sich der großen sozialen Verantwortung bewusst, unterstreicht der Vorstand. So stellte das GWU in 2015 der Stadt Eckernförde und dem Amt Dänischer Wohld kurzfristig 24 Wohneinheiten für eine schnelle und dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung.

 Im vergangenen Jahr hat die Genossenschaft 53 Wohneinheiten an der Rendsburger Straße und am Wulfsteert in Eckernförde fertiggestellt. Bis Ende 2017 sollen zwölf Wohnungen im Bereich Domstag /Eichborn und 17 Wohnungen an der Doroteenstraße entstehen. In der Planung befinden sich 110 Wohneinheiten auf dem ehemaligen Gelände der Fachhochschule für Bauwesen am Lorenz-von-Stein-Ring. 91 davon werden neu errichtet, 19 Wohnungen befinden sich im denkmalgeschützten Hauptgebäude. Im Hauptgebäude kommen zwölf Appartements mit Betreuung hinzu, die von der Diakonie Rendsburg-Eckernförde betrieben werden. Außerdem wird das GWU selbst mit seinen 30 Mitarbeitern vom Saxtorfer Weg auf das Gelände der einstigen Fachhochschule umziehen.

 In Kiel, wo das GWU seit 2013 aktiv ist, befinden sich derzeit 45 Wohneinheiten im Bau, 17 davon in Suchsdorf, die voraussichtlich bis Ende Dezember zur Vermietung ausgeschrieben werden. Im kommenden Jahr folgen dann 28 Wohnungen im Anscharpark, die im Zusammenschluss mit drei weiteren Wohnungsbaugenossenschaften entwickelt und umgesetzt werden. Zusätzlich plant das GWU in Kronshagen 49 Wohnungen.

 Bei einer Bilanzsumme von rund 88,6 Millionen Euro kann die Genossenschaft für 2015 einen Jahresüberschuss von rund einer Million Euro ausweisen. Dabei investierte das GWU sowohl in den bedarfsgerechten Neubau in Eckernförde, Kiel und Gettorf als auch in den Ankauf neuer Wohnungen. Für Neubau, Instandhaltung und Ankauf lag der Aufwand in 2015 bei 24,3 Millionen Euro.

 Trotz der hohen Investitionen belief sich die monatliche Grundmiete im Durchschnitt bei 5,59 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt verfügt das GWU über 2391 Wohneinheiten, von denen 713 einer Sozialbindung mit günstigen Mieten unterliegen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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