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Die Küstenkartoffel wächst im Seegras

Gärtnerglück am Meer Die Küstenkartoffel wächst im Seegras

Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln. Die Küstengärtner haben die leckersten: in Seegras gereifte Meereskartoffeln. Zukunftsmusik? Nein. Die Uni Kiel und das Ostsee-Info-Center Eckernförde (OIC) rufen jetzt mit dem Projekt Posima den Meereskartoffel-Wettstreit der Ostseeküste aus.

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Meereskartoffeln frisch aus dem Treibsel: Claus Müller, Leiter des Ostsee-Info-Centers Eckernförde, und Landschaftsgärtner Rüdiger Ziegler (v.l.) haben es schon ausprobiert. Neun Saatkartoffeln ergeben eine stattliche Ernte.

Quelle: Ostsee-Info-Center

Eckernförde. "Sie dürfen mit Fug und Recht Meereskartoffeln heißen“, sagt OIC-Chef Claus Müller und freut sich wie der Seegraskönig persönlich. Alle 52 Ostseeorte zwischen Flensburg und Lübeck sind aufgerufen, im April je neun Saatkartoffeln in Seegras und Algen vom eigenen Strand einzusetzen. Müller: „Am 22. September 2017 ist der Tag der Wahrheit. Wer dann am meisten reife Kartoffeln in Eimer und Kisten lädt, bekommt die Ernte in Kartoffelschnaps aus der Destillerie Altenhof bei Eckernförde aufgewogen.“

Der OIC-Chef hat mit Grund gut Lachen. Zusammen mit Landschaftsgärtner Rüdiger Ziegler hat er erprobt, Saatkartoffeln statt in den Ackerboden in nährstoffreiches Treibsel zu pflanzen. 2016 wurden zwei gleich Kompostbehälter aus Metallgeflecht lagenweise mit Seegras als Pflanzsubstrat befüllt. Im Herbst freuten sich die Ostseegärtner über jede Menge knackiger „Algenäpfel“.

Hintergrund: Seegras und Algen werden in Massen an die Ostseestrände gespült. Die beim Trocknen stinkenden schwarzen Berge nerven Badegäste. Also lassen Kurbetriebe die scheinbar lästige Ostseefracht teuer entsorgen oder kompostieren. Hier setzt Posima an. Die Abkürzung steht für „Pilotregion Ostseeküste: Initiierung einer Wertschöpfungskette Treibsel als Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel“. „Ein langer Titel, der aber alle Schlagworte enthält, um die es uns geht“, sagt Kai Ahrendt vom Geographischen Institut der Universität Kiel. Ende 2016 starteten Ahrendt, Sandra Enderwitz und Prof. Horst Sterr die bis 2019 laufende Aktion, in die das OIC eingebunden ist. Der Kartoffelwettstreit soll zum Auftakt das Treibsel-Image aufpolieren.

Wie man sich für den Meereskartoffel-Wettstreit anmeldet und mehr zum Thema lesen Sie in Ihren Kieler Nachrichten.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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