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Geflügelpest sorgt für Odyssee

Probleme bei Meldungen Geflügelpest sorgt für Odyssee

Am Dienstagmorgen joggt Meike Gauger-Borchert aus Eckernförde vor dem Dienst. Am Hafen entdeckt sie einen verendeten Vogel, den sie für einen Schwan hält. Wegen der Geflügelpest ruft sie die Servicenummer 115 an, die sie sich aus einer Radiosendung gemerkt hatte – der Beginn einer Telefon-Odyssee.

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Bürger sorgen sich um die Wildvogel-Geflügelpest. Wer mehrere oder große tote Wasservögel entdeckt, wendet sich in Eckernförde ans Rathaus und außerhalb an die Amtsverwaltungen. Auch die Polizei Eckernförde hilft unbürokratisch weiter.

Quelle: Stefan Sauer

Eckernförde. „Ich wollte den Fund gleich der zuständigen Stelle mitteilen“, sagt sie später. „Aber ich drang nicht dorthin durch. Ich fühlte mich nicht gerade freundlich behandelt, als ich nach mehreren Telefonaten beim Kreis Rendsburg-Eckernförde landete. Keiner war dort für mich zuständig.“ Ein Missverständnis? „Es tut uns leid, dass dieser Eindruck entstanden ist“, antwortet Carsten Ludwig, zuständiger Fachbereichsleiter für das Veterinäramt Rendsburg-Eckernförde in Rendsburg, auf Nachfrage. „Allerdings ist unsere Veterinärbehörde nicht Ansprechpartner für Bürger, die verendetes Wildgeflügel entdecken. In dem Fall sind die Ordnungsämter der Kommunen gefragt. So musste die Kollegin die Anruferin erneut verweisen. Unsere Aufgabe ist, verdächtige Tierkadaver zu beproben und ans Landeslabor in Neumünster zu geben.“

 Die Eckernförderin hatte die Rendsburger Rufnummer über das Bürgertelefon 115 bekommen, die deutschlandweite Behördenauskunft. Dort wiederum wird auf das Bürgertelefon der Landesregierung (0431/1606666) verwiesen. „Wir geben aber ebenfalls Nummer der Kreisveterinärbehörden weiter“, bestätigt hier eine Mitarbeiterin. Die Nachfrage im Ordnungsamt Eckernförde ergibt dagegen, dass es auch einfach geht.

 Leiter Klaus Kaschke: „Unser Ordnungsamt nimmt Meldungen sofort auf. Wenn Bürger die Rathaus-Nummer 04351/7100 wählen, stellen wir zu einem Mitarbeiter durch, notieren den Fundort und regeln die Abholung mit Feuerwehr oder Bauhof. Handelt es sich um ein einzelnes kleines Tier, geben wir nach neuster Anweisung des Kreises den Rat, das Tier zwar nicht ungeschützt anzufassen, es aber selbst zu entsorgen. Mehrfachfunde und große Tiere werden weiter von uns eingesammelt. Außerhalb unserer Dienstzeiten können Bürger das Polizeirevier Eckernförde anrufen (04351/9080), das die Abholung dann regelt. Der Bürger muss bei uns nicht lange herumtelefonieren.“ Revierleiter Ralf Lohmeyer bestätigt das: „Wir verständigen bei Bedarf auch die Ämter Schlei-Ostsee und im Dänischen Wohld. In ihrer Dienstzeit nehmen diese Verwaltungen Meldungen aus ihrem Gebiet an.“

 Und wie geht man mit dem kleinen toten Vogel um? Amtstierärztin Dr. Manuela Freitag aus Rendsburg: „Das Tier mit einer Plastiktüte anfassen, darüber stülpen und verschließen. Die Tüte gehört in die Restmülltonne, auf keinen Fall aber in die Biotonne . Dieses Verfahren ist sicher, weil der Restmüll verbrannt wird.“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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