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Platz für 50 Flüchtlinge

Lindau Platz für 50 Flüchtlinge

Die Gemeinde Lindau möchte in ihrem Ortsteil Ruckforde ein leerstehendes Gebäude für 50 Asylsuchende zur Verfügung stellen. Die Einwohnerversammlung am Mittwochabend in Sigmunds Gasthof zeigte Verunsicherungen unter den Anwohnern, aber auch große Hilfsbereitschaft.

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Bevor in das Haus auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ruckforde Flüchtlinge einziehen können, ist Aufräumen angesagt.

Quelle: Kai Pörksen

Lindau. Lindau. Klar, Ängste sind vorhanden, wenn plötzlich 50 junge männliche Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht werden sollen. Das gilt allerdings für beide Seiten. Die Angst vor dem Fremden haben auch die Flüchtlinge, die sich ebenso einer für sie anderen Kultur ausgesetzt sehen. Die Einwohnerversammlung am Mittwochabend in Sigmunds Gasthof zeigte Verunsicherungen unter den Anwohnern, aber auch große Hilfsbereitschaft.

 So zum Beispiel von Gunter Schwerdtfeger. Er ist Nachbar des zwei Hektar großen Areals im Ortsteil Ruckforde, das für die Unterbringung ins Auge gefasst wird. Es handelt sich um ein ehemaliges Bundeswehrgelände mit Gebäude, das inzwischen in privater Hand ist. „Ich begrüße es außerordentlich, dass das Gelände im Gespräch ist“, sagte er. Auch Hermann J. Becker machte deutlich: „Wir sollten uns als Bürger einbringen und helfen.“ Er könnte es nicht ertragen, wenn Lindau als fremdenfeindliche Gemeinde dastehen würde.

 Amtsdirektor Matthias Meins, Bürgermeister Jens Krabbenhöft und Nina Michaeli vom Ordnungsamt standen den 70 Besuchern Rede und Antwort. Sind wir trotzdem sicher? Müssen wir Anschläge fürchten? Wie gestalten die Flüchtlinge ihren Alltag? Viele Fragen bestürmten die Amtsträger, die jedoch die größte Skepsis entkräften konnten. Und ja, die Lage außerhalb des Ortskerns sei nicht optimal, so Meins, aber ein Argument dafür sei: „Da steht ein nutzbares Gebäude, und die Flüchtlinge brauchen schnell ein Dach über dem Kopf.“

 Ob die Würfel schon gefallen seien, fragte ein Einwohner. Er habe gehört, dass die Küche schon bestellt sei. Handele es sich gar um eine Alibi-Veranstaltung? Nein, so Bürgermeister und Amtsdirektor unisono. Man hoffe aber stark, dass die Gemeindevertretung am Donnerstagabend dem Vorhaben zustimmen werde, und aufgrund der langen Lieferzeiten für Küchen sei man in Vorleistung gegangen – im Falle einer Ablehnung könne man wieder abbestellen.

 Eine Ablehnung würde das Amt allerdings schwer akzeptieren, da jede Gemeinde im Amtsbezirk in die Pflicht genommen werde, so Meins. Eine Alternative gebe es aktuell nicht. In Gettorf sei man allerdings mit der Brücke Rendsburg-Eckernförde im Gespräch über die Anmietung des ehemaligen Altenheims.

 Bis Mitte November soll Gelände und Gebäude bezugsbereit sein. Bis dahin sind im Außenbereich noch einige Sachen umzulagern und wenige Umbaumaßnahmen im Gebäude zu erledigen. Dann könnten im Erdgeschoss 28, im Untergeschoss 22 Flüchtlinge unterkommen.

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