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"Eiche" in Dänischenhagen Gemeinde bietet mit

Der „Gasthof Zur Eiche“ soll als prägendes Gebäude erhalten bleiben: Darin sind sich die Gemeindevertreter in Dänischenhagen einig. Die Mehrheit sprach sich zudem dafür aus, das Gebäude für die Dorfgemeinschaft zu nutzen. Bei der Zwangsversteigerung bietet die Gemeinde mit.

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Ende August wird der Gasthof Zur Eiche zwangsversteigert. Bürgermeister Wolfgang Steffen wird für die Gemeinde Dänischenhagen mitbieten.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Dänischenhagen. Die Zukunft der denkmalgeschützten, seit Dezember 2010 geschlossenen Gaststätte beschäftigt Dänischenhagen seit Langem. Mittlerweile steht fest, dass das historische Gebäude am 26. August im Amtsgericht Eckernförde versteigert werden soll. Zuvor kommen schon Pferdestall und Reithalle des verschuldeten Besitzers unter den Hammer. Damit mögliche Investoren dann wissen, was auf sie zukommt, gab es am Mittwochabend kurzfristig einberufene Sitzungen von Bauausschuss und Gemeindevertretung.

 Darin stellte Planer Oliver Kühle verschiedene Varianten für das „Eiche“-Areal mit Vor- und Nachteilen vor. Es wirkte ein bisschen wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, die sich den Kommunalpolitikern stellte. Denn es gibt mehrere Faktoren, die die Planung für das Areal um die „Eiche“ erschweren. Das Gebäude ist ein Denkmal und darf, auch wenn es Zeichen des Verfalls zeigt, nicht einfach abgerissen werden. Der Schallschutz würde den erneuten Betrieb als Gaststätte in dem allgemeinen Wohngebiet allerdings erheblich einschränken. Auch das Thema Parken ist sensibel, erklärte Kühle: Es sei sehr schwierig, in dem Bereich genügend private und öffentliche Stellplätze zu schaffen. Ein Mischgebiet böte mehr Nutzungsmöglichkeiten, erfordert aber auch die Ansiedlung von 40 Prozent Gewerbe. Das wäre in Dänischenhagen wohl nicht ganz einfach.

 Grundsätzlich hätten alle Gemeindevertreter gerne wieder eine Gaststätte in der „Eiche“. Doch der Bauausschussvorsitzende Tim Gabrys (CDU) sah dort nach der langen Pause auch Probleme: „Man braucht eine neue Konzession und müsste viel Geld ins Gebäude investieren, weil alles brach liegt.“ Ingolf Scheffler (WIR) ging es vor allem darum, „ein deutliches Signal nach außen zu geben, dass die ,Eiche’ als Begegnungsort erhalten werden soll“. Dänischenhagen brauche einen Treffpunkt, für Feiern und anderes Dorfleben.

 So sah es auch die Mehrheit der Gemeindevertreter. Mit 9 zu 3 Stimmen wählten sie eine Variante mit einer Fläche für Gemeinbedarf. Die frühere Gaststätte könnte so als Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden, mit kleiner zugeordneter Gastronomie und einem gewissen Maß an Freizeitlärm. „Das räumt der Gemeinde die meisten Gestaltungsmöglichkeiten für den Erhalt ein“, sagte Scheffler.

 Auch Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU) wies darauf hin, dass die Einwohner in einer Versammlung den Wunsch formuliert hätten, die „Eiche“ für Feiern und Begegnungen zu erhalten. Er wird für die Gemeinde an der Versteigerung teilnehmen – natürlich mit einem finanziellen Limit: „Vielleicht haben wir ja Glück.“

 Der Bauausschussvorsitzende Gabrys hatte eine andere Variante bevorzugt. Ihm sei vor allem der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes an sich wichtig, nicht die Nutzung, erklärte er gestern. „Ich sehe auch die Folgekosten“, sagte er zu einem Begegnungszentrum. Und ihn ärgert, „dass immer die öffentliche Hand eingreifen muss“. Alle Fraktionen in Dänischenhagen hätten den Erhalt der „Eiche“ im Fokus gehabt, betonte er: „Aber die Gläubiger haben unterschiedliche Interessen.“

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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