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Seit fünf Jahren unter einem Dach

Wohnprojekt Eckodomo Seit fünf Jahren unter einem Dach

Eckernförde ist stolz darauf. Bürgermeister Jörg Sibbel zeigte sich begeistert, als Eckodomo 2010 eingeweiht wurde. Die Bewohner des ersten generationsübergreifenden Wohnprojektes in der Ostseestadt waren und sind stolz auf das Erreichte. Jetzt wird das fünfjährige Bestehen gefeiert.

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Eckodomo besteht fünf Jahre. Das Foto zeigt einige der Bewohner auf den begrünten Balkonen. Unten von links: Jens Johannsen, Anna Kramer, Anne Sperling, Karin Dürkop, Jane Schwarz und Marion Jarhold; oben von links: Christine, Bettina und Thorben Hoffmann, Susanne Thormählen und Hans-Georg Stiefel

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Am Sonnabend, 29. August, wird das fünfjährige Bestehen von Eckodomo mit einem offiziellen Empfang ab 11 Uhr und einem anschließenden Fest mit Freunden und Nachbarn gefeiert.

 Die Idee, ein Zusammenleben von Jung und Alt unter einem Dach auszuprobieren, hatte Hans-Georg Stiefel schon einige Jahre vorher. An Mitstreitern, die ebenso dachten wie er, mangelte es nicht. Was hingegen lange fehlte, war ein passendes Gebäude. Erst als die Bauschule von Eckernförde nach Lübeck verlegt und damit auch das 1996 erbaute Studentenwohnheim am Bürgermeister-Jahn-Weg frei wurde, war eine Lösung gefunden.

 So wurde aus der Idee Eckodomo schließlich die Genossenschaft Eckodomo. Wer einziehen wollte, musste für 10000 Euro Anteile erwerben. Die Kaltmiete pro Quadratmeter beträgt nach wie vor 6,95 Euro. Damit werden Kredite, Zinsen und Unterhaltung des Hauses finanziert.

 Heute verfügt das fünfgeschossige Gebäude über 18 Wohnungen in einer Größe von 33 bis 100 Quadratmetern. Alle sind vermietet. Rund zwei Drittel der Erstbezieher leben noch immer in den längst nicht mehr als Studentenbuden zu erkennenden Räumen. Die Jüngsten sind vier Jahre jung, die Ältesten etwas über 70. Dass einige aus der „ersten Stunde“ inzwischen weggezogen sind, weil sich deren Lebenssituationen geändert haben oder weil es einfach nicht passte, erstaunt nicht. „Die Erwartungen waren unterschiedlich. Einige wollten hier nur wohnen“, sagt Stiefel. Dabei spielt der Gemeinschaftsgedanke eine wesentliche Rolle. Gegenseitige Unterstützung ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden – ob in der Betreuung von Kindern oder beim Einkaufen. Kinoabende im gemütlichen Gemeinschaftsraum, Frühstückstreffs oder Feiern in großer Runde, bei denen sich Jane Schwarz auch gern mal ans Klavier setzt, tragen ebenfalls dazu bei. Und wenn Anne Sperling ihre ebenso leckeren wie ausgefallenen Suppen kocht, dann tut sie das nicht nur für sich, sondern für die anderen gleich mit.

 Susanne Thormählen ist erst vor gut einem Jahr eingezogen. Bevor sie sich für Eckodomo entschied, habe sie erst einmal eine Nacht zur Probe geschlafen, erzählt sie. Alles sei bestens verlaufen, auch durch die nette Betreuung seitens der Bewohner. Besonders toll findet sie die spontanen Zusammenkünfte. Dabei ist es längst nicht so, dass man täglich aufeinander hockt. Wer sich zurückziehen möchte, kann das jederzeit tun, ohne dass andere verstimmt reagieren.

 Einig sind sich die Bewohner darin, dass es sich bei Eckodomo nach wie vor um einen laufenden Prozess handelt. Die Hoffnung, einen Fahrstuhl einbauen zu können, wurde trotz einiger Probleme noch nicht aufgegeben. Und der Wunsch, ein Carsharing zu ermöglichen, wird von vielen mitgetragen. Darüber wird bei den regelmäßigen Bewohnerversammlungen gesprochen. Und wenn mal was nicht ganz rund läuft, wird das offen diskutiert. Jens Johannsen, der ebenfalls von Beginn an dabei ist, bringt es auf den Punkt: „Die einen lernen ein bisschen mehr Ordnung, andere ein bisschen mehr Toleranz.“

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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