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Schwerpunkte anders setzen

Gestaltungsbeirat Eckernförde Schwerpunkte anders setzen

„Beim letzten Mal waren wir etwas depressiv. Nun sind wir voller Elan.“ So eröffnete der Sprecher des Eckernförder Planungs- und Gestaltungsbeirates, Helmut Riemann, die Sitzung. Der Grund: Der Beirat war gelobt worden. Ihre Anregungen zum Projekt Nooröffnung bekamen allerdings nicht nur Applaus.

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Der Gestaltungsbeirat stellte in Eckernförde seine Anmerkungen zum Entwicklungsprojekt Nooröffnung vor. Das Echo fiel sehr unterschiedlich aus.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde.  „Heute sind wir bei Sonnenschein durch die Stadt gegangen“, erzählte Riemann. Dabei habe man festgestellt, wie schön Eckernförde doch sei. „Wenn man noch den ganzen Müll aus der Kieler Straße wegräumen würde, wäre das ein Traum“, fügte er hinzu und erntete dafür Beifall vor allem aus den Reihen der Vertreter der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“. Mit dem Begriff „Müll“, so sah sich Bürgermeister Jörg Sibbel wenig später veranlasst zu erklären, habe Riemann vor allem die vielen Werbebanner und Stellschilder in der Fußgängerzone gemeint.

 Enttäuscht zeigte sich der Beirat im Verlauf der Sitzung darüber, dass so viele geplante Bauvorhaben im nichtöffentlichen Teil vorgestellt würden. Investoren sollten ermutigt werden, häufiger an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch dafür gab es Beifall seitens der Bürgerinitiative.

 Doch nicht alle Anmerkungen und Anregungen der Experten wurden positiv bewertet. Prägendes Thema war an diesem Tag das Entwicklungsprojekt Nooröffnung, das Alexandra Dahmen vom Sanierungsträger BIG Städtebau dem Beirat umfassend vorstellte. Wie berichtet, sollen im Bereich des neuen innerstädtischen Quartiers bezahlbare Mietwohnungen entstehen – direkt an einem künstlich angelegten Gewässer in zweigeschossiger Bauweise und in zweiter Reihe über drei Geschosse.

 In einem zweistufigen Vermarktungsprogramm mit integriertem Gestaltungswettbewerb und Nutzungskonzept wurde von der Politik unter anderem festgelegt, dass die Gestaltung der Bebauung mit 20 bis 25 Prozent in die Bewertung einfließen soll. Das, so Riemann, sei zu wenig: „Diese Gewichtung wird dem Projekt nicht gerecht.“ Auch dafür gab es Beifall. Beiratsmitglied Fredo Wiescholek hält 40 Prozent für angemessen. Außerdem schlug das Gremium vor, die zweigeschossige wasserseitige Bebauung als Eigentum in Form von Einfamilienhäusern zu veräußern. Das wurde nicht mit Applaus bedacht und von Bürgermeister Jörg Sibbel erklärt, dass politisch ausdrücklich Mietwohnungsbau gewünscht werde.

 Die wasserseitige Bebauung an der Gaehtjestraße mit einer geplanten Traufhöhe von sieben Metern wurde vom Beirat als „ganz schön mickrig“ beurteilt. Acht bis neun Meter mit einer Dachschräge von 45 Grad und einer Hausbreite von sechs Metern seien angemessen, hieß es. Auch für diesen Vorschlag gab es keinen Beifall.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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