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Flüchtlingsunterkunft bleibt vorerst leer

Gettorf Flüchtlingsunterkunft bleibt vorerst leer

Das macht sich auch in Gettorf bemerkbar: Die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge ist stark rückläufig. Außerdem werden Asylverfahren mittlerweile deutlich schneller bearbeitet. Die aktuelle Entwicklung führte dazu, dass die ehemaligen Pavillonklassen an der Isarnwohld-Schule noch nicht genutzt werden.

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Zweckmäßig eingerichtet: Matthias Meins in der Flüchtlingsunterkunft an der Schule.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. „Eine Belegung erfolgt frühestens ab Mai“, so Amtsdirektor Matthias Meins. Es werde Monat für Monat neu geprüft, ob die Unterkunft benötigt werde.

Noch bis Januar gab es nach den Worten des Verwaltungschefs reichlich Druck im Kessel. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der zugewiesenen Asylbewerber massiv gestiegen. Für 2016 habe man mindestens mit dem Kontingent des Vorjahres rechnen müssen. Das Amt nahm deshalb dankend das Angebot an, die von der Schule nicht mehr benötigten Pavillonklassen zu einer Flüchtlingsunterkunft umzubauen. „Alternativ hätten wir Wohncontainer anschaffen müssen. Das wäre uns deutlich teurer zu stehen gekommen“, sagte Matthias Meins. Andere Ämter hätten für viel Geld Hotels gekauft, die jetzt leer stehen.

Geplant war, dass im Januar/Februar die ersten Flüchtlinge einziehen. Seitens der Elternschaft wurden zum Teil Bedenken geäußert. Die Vorfälle auf der Kölner Domplatte taten ihr Übriges, um Ängste zu schüren. Die Belegung der Unterkunft wurde auf April verschoben, der Amtsausschuss bewilligte 100000 Euro für einen Sicherheitsdienst, statt alleinstehender Männer sollten Familien einziehen, und es gab die Zusage, dass die Unterkunft an der Schule als erste geschlossen wird, sobald der Bedarf an Sammelunterkünften zurückgeht. „Dieses Versprechen gilt nach wie vor“, so Matthias Meins. Zugleich warnte er davor, sich Hoffnungen zu machen, dass die Unterkunft an der Schule vielleicht gar nicht mehr benötigt wird. Die Lage könne sich ganz schnell wieder ändern.

Aktuell (Stand: 24. März) leben 270 Asylbewerber im Amtsbereich. Seit Herbst werden aus den Erstaufnahmeeinrichtungen nur noch Flüchtlinge zugewiesen, die nicht aus sogenannten sicheren Herkunftsländern kommen. „Albaner zum Beispiel sind gar nicht mehr dabei“, so Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely. Ein weiteres Novum: Asylverfahren laufen jetzt deutlich schneller. Michaely: „Woche für Woche werden weitere Flüchtlinge anerkannt.“ Das betreffe vor allem Syrer und Eritreer. Mit ihrer Anerkennung fallen die Flüchtlinge aus dem Zuständigkeitsbereich des Amts. Bis maximal drei Monate dürfen sie noch in der Unterkunft bleiben. Dann müssen sie sich selbst um eine Wohnung kümmern. Angesichts der angespannten Lage auf dem Immobilienmarkt kein leichtes Unterfangen. „Hier kommt eine gesellschaftspolitische Herausforderung ersten Ranges auf uns zu“, ist Matthias Mein überzeugt.bki

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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