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Hospizverein ist für alle da

Gettorf Hospizverein ist für alle da

Soziales Engagement wird im Dänischen Wohld groß geschrieben. Dies zeigt sich nicht nur bei der Betreuung und Integration von Flüchtlingen. Auch im vor drei Jahren in Gettorf gegründeten Hospizverein fanden und finden immer mehr Frauen und Männer eine ehrenamtliche Herausforderung.

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Blickt zufrieden auf das zu Ende gehende Jahr zurück: Friederike Boissevain (53), Vorsitzende des Hospizvereins Dänischer Wohld.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf.  Im zu Ende gehenden Jahr haben sich die aktuell 26 Hospizbegleiter um 75 schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige gekümmert – „selbstverständlich auch an den Weihnachtsfeiertagen“, wie Vereinsvorsitzende Friederike Boissevain in einem Gespräch mit den KN berichtete.

 „Die Motivation der Hospizbegleiter ist enorm, es gibt eine große Bereitschaft zu helfen“, freut sich die 53-Jährige aus Bornstein, die als Ärztin für Innere Medizin am Städtischen Krankenhaus in Kiel tätig ist. Für den im Februar beginnenden neuen Hospizbegleiter-Kursus liegen nach ihren Worten bereits 15 Anmeldungen vor. „Es sind jedoch noch einige Plätze frei“, so die Vorsitzende.

 Friederike Boissevain empfindet es als „ein großes Privileg, Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten zu dürfen“. Dies geschieht entweder in der häuslichen Umgebung der Betroffenen, im Krankenhaus oder in Heimen – und manchmal auch auf ungewöhnliche Weise, wenn die Betroffenen es denn wünschen. „Auf Wunsch einer jungen Frau fand die Kommunikation zunächst über Whats App statt“, sagte Boissevain. Erfreulich sei es für sie, dass die Hospizbegleiter in zunehmendem Maße von den Pflegeheimen in Gettorf, Osdorf, Dänisch-Nienhof, Altenholz und Kronshagen angefordert werden.

 Die ehrenamtliche Arbeit der Hospizbegleiter kommt nicht nur Kranken und Sterbenden zugute. „Die Hälfte der Aufmerksamkeit geht an die Angehörigen“, so Boissevain. Wie sie berichtete, nehmen an den Trauerwanderungen des Hospizvereins, die mehrmals im Jahr in Strande angeboten werden, zunehmend auch jüngere Hinterbliebene teil.

 Seit Mai ist der Hospizverein auch auf „sanften Pfoten“ unterwegs. Von einer professionellen Trainerin wurden 13 Begleithunde-Teams ausgebildet, die einmal wöchentlich überwiegend in Heimen unterwegs sind. „Es ist erstaunlich, welche ungeahnten Fähigkeiten die Hunde bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz hervorholen können und wie viel Freude sie in den Raum bringen“, berichtete Boissevain.

 Auf das fast abgelaufene Jahr blickt die Vorsitzende zufrieden zurück. Über die Hospizbegleitung hinaus seien einige neue Angebote etabliert worden. Als Beispiel nannte Boissevain die Vermittlung von Beratungen für Menschen mit chronischen Organleiden und neurologischen Erkrankungen. Auch der Themenbereich Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung rückt nach Aussage der Ärztin zunehmend in den Fokus des Vereins. „Wie verfügen jetzt über vier Berater mit einer zertifizierten Ausbildung“, sagte sie. In diesem Jahr habe es bereits 70 Beratungen gegeben.

 Seit Mai 2014 hat der Hospizverein in der Kieler Chaussee 2 in Gettorf ein feste Zuhause. „Dadurch sind wir sichtbar geworden“, so die Vorsitzende. Miete und Nebenkosten müssen durch Spenden finanziert werden, ebenso wie Aus- und Fortbildungen, Supervisionen und das Fahrgeld für die Hospizbegleiter.

 Für das neue Jahr erhofft sich Friederike Boissevain, dem Ziel, in Gettorf ein stationäres Hospiz zu errichten, ein Stückchen näher zu kommen. Und was wünscht sie sich sonst für 2016? „Dass die Menschen uns auch weiterhin ihr Vertrauen schenken und uns rufen.“ Im Jahr drei des Hospizvereins hätten alle Helferinnen und Helfer hinzugelernt – „über das Leben, das Schicksal anderer, über uns selbst und das, was wirklich zählt“.

 Der Hospizverein im Internet: www.hospiz-im-wohld.de

 Spendenkonto: Eckernförder Bank, IBAN: DE88 2109 2023 0013 0422 40

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Burkhard Kitzelmann
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