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Leerstehende Läden als Wohnungen?

Gettorf Leerstehende Läden als Wohnungen?

In der Gettorfer Fußgängerzone denken nach Kenntnis des Handels- und Gewerbevereins (HGV) einzelne Hausbesitzer darüber nach, leerstehende Läden in Wohnraum umzuwandeln. „Aus Eigentümersicht kann man dafür Verständnis haben, für unsere Fußgängerzone wäre das jedoch nicht gut“, meint HGV-Chef Thomas Grötsch.

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Noch überwiegen in der Gettorfer Fußgängerzone Läden. Und so soll es nach dem Wunsch des Handels- und Gewerbevereins (HGV) auch bleiben.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Wie ist die Rechtslage? Lassen die für die Fußgängerzone geltenden B-Pläne – Nr. 58 (Teichstraße/Am Markt/Eichstraße) und Nr. 40 (Meierhof) – es überhaupt zu, dass ein bisheriges Ladenlokal für Wohnzwecke genutzt wird? Die KN fragten beim Bauamt nach und bekamen eine eindeutige Antwort: ja! Bei beiden B-Plänen handele es sich um gemischte Bauflächen. Nach Paragraf 6 der Baunutzungsverordnung dienen diese Flächen dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören. Nach Auskunft des Bauamts regeln die B-Pläne zum Beispiel die Baugrenzen und beinhalten gestalterische Festsetzungen. Es sei jedoch nicht vorgeschrieben, welche Geschosse gewerblich und welche für Wohnzwecke zu nutzen sind.

Nach Meinung von Thomas Grötsch sollte sich jeder betroffene Hauseigentümer selbstkritisch fragen, ob er genügend getan hat, einen neuen Mieter für seinen leerstehenden Laden zu finden. „Auch sollte jeder Eigentümer bedenken, das es sehr teuer werden kann, einen Laden in eine Wohnung umzubauen“, so der HGV-Vorsitzende.

Wie kommt wieder Leben in seit langer Zeit ungenutzte Ladenlokale? Wie können Leerstände, zum Beispiel durch dekorative Maßnahmen, so kaschiert werden, dass sie das Gesamterscheinungsbild der Fußgängerzone nicht nachhaltig beeinträchtigen? Der HGV und die mit der Erarbeitung einer Marketingstrategie beauftragte Cima kommen einem Wunsch der Gemeinde nach und wollen noch vor der Sommerpause Hausbesitzer und Gewerbetreibende an einen Tisch bringen. Laut Grötsch sollen zu dieser Veranstaltung – ein genauer Termin stehe noch nicht fest – auch Politik und Gemeinde sowie Vertreter der IHK und der Wirtschaftsförderung eingeladen werden.

Der HGV-Vorsitzende zeigte sich optimistisch, dass wieder mehr Leben in die Fußgängerzone kommt. Die Voraussetzungen seien gut, „Kaufkraft ist hier genügend vorhanden“. Für kleinteiligen Einzelhandel und Gastronomiebetriebe, beispielsweise eine Weinstube, sieht Grötsch im Gettorfer Ortszentrum gute Chancen.

Wie geht es weiter? Bis Ende dieses Jahres will die Lübecker Cima für Gettorf eine langfristige Handlungsstrategie erarbeiten. Hoffnungen setzt Thomas Grötsch auch auf den Zukunftsplan, den die acht Gemeinden des Amtes Dänischer Wohld gemeinsam auf den Weg bringen wollen. Idealerweise, so der Wunsch des HGV-Chefs, könnte damit eine professionelle Wirtschaftsförderung für die ganze Region etabliert werden.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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