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Neuer Slogan statt Mitleidstour

HGV in Gettorf Neuer Slogan statt Mitleidstour

Von der Mitleidstour hält Thomas Grötsch nichts. „Wir wollen Stärke zeigen“, gab sich der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Gettorf und Umgebung in der Mitgliederversammlung am Mittwochabend kämpferisch.

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Nahmen Gettorfs amtierende Rapsblütenkönigin Kimberley Litzner gern in ihre Mitte: HGV-Ehrenmitglied Arthur Rathje (von links), Vorsitzender Thomas Grötsch und Kassenwart Bernd Lück bei der Jahresversammlung im Hotel Stadt Hamburg.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Angesichts von Leerständen im Ortszentrum sah der Versicherungsfachmann nicht die Kaufkraft im Kieler Speckgürtel als Problem, sondern vielmehr den Internethandel. Er schlug einen neuen HGV-Slogan vor: „Wer weiter denkt, kauft näher ein“. Nach seiner Ansicht sollte den Gettorfern die eigene Verantwortung bewusst gemacht werden: „Wo kauft man ein, wenn hier alles weg ist?“ Denn den aktuellen Slogan „Hier lebe ich, hier kaufe ich ein!“ beherzigten längst nicht alle Einwohner.

Folglich kam wieder einmal das Stadtmarketing zur Sprache. Über einheitliche Öffnungszeiten im Ortskern diskutiert der HGV schon lange – ohne Konsens. „Wir nehmen das Thema von der Agenda“, kündigte Grötsch vor gut 30 Besuchern im Hotel Stadt Hamburg an. Marketing, der Kampf gegen Leerstände und Gespräche mit Gebäudeeigentümern stünden im Vordergrund. In diesem Sinne solle der 2015 gestartete Prozess mit der Beratungsgesellschaft Cima fortgesetzt werden. Gleichwohl räumte der HGV-Chef mit Blick auf die Fachkräfte aus Lübeck ein: „Es gab ein paar Dinge, die uns nicht gefallen haben.“ Darüber sei noch am Vormittag mit Cima-Vertretern gesprochen worden. Dabei wollte es Grötsch bewenden lassen („Lassen wir die mal arbeiten“).

Doch HGV-Mitglied Martin Scholz hakte nach. Was denn für 2016 in Sachen Stadtmarketing geplant sei? „Was bisher geschehen ist, finde ich nicht befriedigend“, monierte er, „wir drehen uns im Kreis.“ In die gleiche Kerbe schlug Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD): „Wir hoffen, dass wir bis zum Jahresende etwas Greifbares sehen.“ Nicht nur die Kommunalpolitik, sondern auch die Bürger erwarteten Ergebnisse. Wie berichtet, hat die Gemeinde 40000 Euro für die Wirtschaftsförderung zur Verfügung gestellt, verteilt auf zwei Jahre. Den Löwenanteil erhält die Cima, deren Auftrag noch bis Jahresende läuft. Wunder erwartet der Bürgermeister von den Beratern nicht: „Sie können ja keine Gewerbetreibenden herbeizaubern.“ So verwies er auf zähe Gespräche mit Eigentümern von Gewerbeimmobilien. Die Mieten sind ein altbekanntes Thema. Von der Idee, leerstehende Räume für Wohnraum statt Geschäfte zu nutzen, hielt Baasch nichts: „Das wäre für die Eichstraße der Tod.“

Was tun? Thomas Grötsch sprach sich erneut für einen „Kümmerer“ aus, der als Ansprechpartner für Wirtschaft und Politik wirkt. Zu Gast war deshalb Jan Butenschön, der über seine Tätigkeit in Hohenwestedt berichtete. Als Projektmanager für Ortsentwicklung und Wirtschaftsförderung kümmert er sich in dem 5100-Einwohner-Ort um Gewerbeentwicklung, Wohnbebauung und Städtebauförderung. Das Ehrenamt könne nicht alle Aufgaben leisten, so Butenschön, dessen Vertrag auf zwei Jahre befristet ist.

Abschließend gab es eine Vorschau auf das Rapsblütenfest, das am 22. Mai steigt. Eingeläutet wird es Grötsch zufolge wieder am Vorabend mit einem Open-Air-Spektakel am Markt. Zudem gab es Wahlen: Vorsitzender Grötsch und Kassenwart Bernd Lück wurden im Amt bestätigt. Arthur Rathje wurde zum HGV-Ehrenmitglied ernannt.

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