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Tafel sucht zusätzliche Helfer

Gettorf Tafel sucht zusätzliche Helfer

Für Obst, Gemüse, Brot, Wurst, Milch, Kaffee, Haferflocken und Fertigsuppen stehen immer mehr Menschen mit kleinem Geldbeutel in der Warteschlange: Selbst bei Schmuddelwetter herrscht vor der Tafel-Ausgabe in Gettorf reger Betrieb. Deshalb benötigen die 17 ehrenamtlichen Helfer zusätzliche Mitstreiter.

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Brauchen noch Mitstreiter für ihr ehrenamtliches Tafel-Team in Gettorf: Fahrer Peter Mielowsky holt bei Supermärkten und Bäckereien Lebensmittel ab. Helferin Barbara Neusüß packt beim Ausladen von Milch, Obst und Gemüse mit an.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. „Die Zahl der Kunden hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt“, berichtet Tafel-Sprecherin Barbara Neusüß. Rund 70 Menschen aus Gettorf und Umgebung mit Anrecht auf Grundsicherung versorgen sich jeden Freitag ab 10 Uhr in der Ausgabestelle mit Lebensmitteln – die Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegt der 73-Jährigen zufolge bei 149. Als einen Grund nennt sie die steigende Zahl der Flüchtlinge.

Jetzt sucht die Tafel drei bis vier zusätzliche Fahrer, die Lebensmittel bei Supermärkten und Bäckereien in Gettorf, Schwedeneck, Dänischenhagen und Kiel abholen, sowie zwei Kräfte, die bei der Ausgabe mit anpacken. „17 Helfer reichen nicht mehr aus“, erklärt Barbara Neusüß. Das Team bestehe zwar überwiegend aus Senioren, die im Ruhestand seien. „Doch die haben auch mal etwas anderes vor“, so die Gettorferin, „sie passen auf ihre Enkelkinder auf oder kümmern sich um kranke Familienmitglieder.“ Zu den treuen Fahrern gehört Peter Mielowsky, der die Tafel seit eineinhalb Jahren unterstützt. „Man hat mit Menschen zu tun, macht etwas Sinnvolles und sitzt nicht nur zuhause herum“, begründet der 67-Jährige sein Engagement. Drei bis vier Stunden pro Woche investiert der Gettorfer in das Ehrenamt. Mielowsky fährt zu Supermärkten, lädt Lebensmittel in sein Auto und bringt die Waren zur Tafel, die auf dem Bauhofgelände in Gettorf beheimatet ist. Laut Barbara Neusüß erhalten die Fahrer ein Kilometergeld von 30 Cent. „Man muss den eigenen Pkw nutzen“, sagt sie.

Ebenso wird Unterstützung bei der Lebensmittelausgabe benötigt. Zur Vorbereitung treffe sich das Team stets am Donnerstagnachmittag, so Barbara Neusüß, wenn die Fahrer die Ware anliefern. Dann würden die Lebensmittel in die Regale und im Kühlschrank einsortiert. „Im Lager könnten wir auch Hilfe gebrauchen“, sagt die Tafel-Sprecherin. Freitags ab neun Uhr erfolgen dann die letzten Handgriffe, so dass die Ausgabe um 10 Uhr beginnen kann. „Wenn wir noch einen Raum hinzubekommen, haben wir mehr Platz“, sagt sie.

Wegen des Ansturms auf die Tafel ist eine Erweiterung vorgesehen. Laut Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) ist der Auftrag für die Vergrößerung des Unterstands im Eingangsbereich bereits erteilt worden. „Damit die Leute, die Lebensmittel abholen, bei schlechtem Wetter nicht im Regen stehen“, sagt er. Das Interesse an der Verpflegung sei nicht zuletzt durch die Asylbewerber gewachsen. Deshalb werde nun auch die Erweiterung der Tafel-Ausgabe angepackt. Dazu ist ein Durchbruch zu einem Nachbarraum, den die Bauhofmitarbeiter bislang als Lager nutzen, vorgesehen.

„Es ist keine tragende Wand, wir brauchen also keinen Stahlträger“, freut sich Baasch. Zudem sind noch Boden- und Malerarbeiten notwendig. Er rechnet damit, dass die Arbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sind. Die Gesamtkosten schätzt der Bürgermeister auf etwa 4500 Euro.

Gut fünf Jahre gibt es die Tafel in Gettorf bereits, die eine Zweigstelle der Eckernförder Tafel ist. Eine Zeitlang befand sich die Ausgabestelle am Karl-Kolbe-Platz, bis sie vor knapp zwei Jahren zurück an den alten Standort (Bauhof) zog.

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