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Für ein prima Klima im Fitnessraum

Gettorf Für ein prima Klima im Fitnessraum

Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, liegen schnell Spannungen in der Luft. Wenn dann wegen sprachlicher Barrieren auch noch die Kommunikation gestört ist oder wenn aus Angst, missverstanden zu werden, lieber geschwiegen wird, anstatt Konflikte offen anzusprechen, dann muss dringend gegengesteuert werden. So wie jetzt beim Gettorfer Turnverein (GTV).

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Im Fitnessraum des GTV: Vereinsvorsitzender Gunnar Buchheim (re.), Geschäftsführer Thomas Glüsing (li.) und Flüchtlingsbeiratssprecher Christian Schnarke.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. In Gettorf, Osdorf und Revensdorf leben aktuell weit über 100 Menschen, die aus Angst vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verließen – Tendenz: steigend. Da die Asylbewerber aus Syrien, Eritrea und anderen Kriegs- und Krisenregionen nicht arbeiten dürfen, sind sie zum Nichtstun verurteilt. Viele Flüchtlinge nehmen deshalb gern das Angebot wahr, das Fitnessstudio im GTV-Vereinsheim aufzusuchen. Einerseits ist dies im Sinne der Integration ausdrücklich gewünscht, andererseits platzt der ohnehin schon recht klein bemessene Fitnessraum mittlerweile aus allen Nähten. Doch nicht nur die Enge bereitet Probleme. Wegen der Sprachbarrieren ist es kaum möglich, bei Flüchtlingen eine Anamnese vorzunehmen, wie sie bei Neumitgliedern des vereinseigenen Fitnessstudios eigentlich obligatorisch ist. Auch eine Belehrung über Verhaltensmaßregeln bleibt zwangsläufig auf der Strecke. Dies alles ist einem guten Klima im Fitnessraum nicht dienlich. In Absprache mit dem Flüchtlingsbeirat wollen die GTV-Verantwortlichen die Weichen jetzt so stellen, dass die Sportler – egal, ob sie aus Tüttendorf, Gettorf, Syrien oder Eritrea stammen – ohne Stress Ausdauer und Kraft trainieren können.

Ab sofort gibt es im Fitnessraum jeden Dienstag und Donnerstag von 13 bis 15 Uhr spezielle Trainingszeiten für Asylbewerber. Wie GTV-Vorsitzender Gunnar Buchheim, Geschäftsführer Thomas Glüsing und der Sprecher des Flüchtlingsbeirats, Christian Schnarke, berichteten, steht während dieser Zeiten ein Dolmetscher zur Verfügung. Dies ermögliche sowohl eine sachgerechte Anamnese als auch eine fundierte Einweisung in die Trainingsgeräte.

Um den Druck auf das Fitnessstudio etwas abzufedern, soll bei den Flüchtlingen verstärkt für die anderen rund 50 Sportarten, die der GTV anbietet, geworben werden. Buchheim: „Unser Integrationsbeauftragter Peter Nentwig hat ein entsprechendes Schreiben an alle Flüchtlingspaten verschickt.“ Darüber hinaus will der GTV auf Anregung Buchheims ab dem 15. September dienstags und donnerstags von 22 bis 23 Uhr in der Halle an der Parkschule offene Sportangebote für Asylbewerber offerieren. „Wir haben vom Schulverband eine Genehmigung bekommen, dass wir die Halle bis 23 Uhr nutzen dürfen“, sagte der GTV-Vorsitzende. Um die Asylbewerber über die Neuerungen zu informieren, ist mit Unterstützung des Syrers Ammar Khalfah ein Flyer in deutscher, arabischer und englischer Sprache verfasst worden.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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