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Kalte Dusche für den Vorstand

Gettorfer Turnverein Kalte Dusche für den Vorstand

Paukenschlag im Gettorfer Turnverein (GTV): Der Entwurf für eine neue Satzung ist in der Mitgliederversammlung an der erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit gescheitert. Im Club brodelt es gewaltig. Nach der Schlappe am Donnerstagabend herrschte im Vorstand bittere Enttäuschung.

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Volles Haus und Stühlerücken beim Gettorfer Turnverein: Die Abstimmung über eine neue Satzung sorgte in der Mitgliederversammlung für großen Andrang, allerdings wurde das Papier abgeschmettert.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Bei den Wahlen für die Vorstandsämter stand der stellvertretende Vorsitzende Gerd Klette für das Amt nicht mehr zur Verfügung. „Ich habe an der neuen Satzung mitgearbeitet, habe viel Zeit und Gehirnschmalz investiert“, erklärte der GTV-Vize. Ebenso vor den Kopf gestoßen fühlten sich Kassenwart Bruno Stehn und Pressewart Jürgen Doose, die bei den Wahlen ebenfalls abwinkten. Unter den Mitgliedern im vollen Vereinsheim (rund 140 Besucher) fanden sich keine Kandidaten.

 Eine kalte Dusche auch für den Vorsitzenden Gunnar Buchheim. „Schade, dass sich niemand von Euch für die Vorstandsarbeit zur Verfügung stellt“, kommentierte der GTV-Boss die Abfuhr spitz.

 Wie geht es nun weiter im kriselnden Verein (rund 2300 Mitgliedern)? Nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Glüsing ist der GTV in seiner Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Gerade einmal drei Mitglieder zählt der Vorstand mit Buchheim, Helga Ballert (Technische Leiterin) und Jugendvertreterin Aileen Doose. Was interne Entscheidungen betrifft, ist das Trio nicht beschlussfähig. „Weil nach der geltenden Satzung mindestens vier Vorstandsmitglieder bei Sitzungen anwesend sein müssen“, so Glüsing. Somit könnten Entscheidungen nur im Gesamtvorstand, dem noch die Abteilungsleiter angehören, getroffen werden. Das Gremium will Buchheim zusammentrommeln. „Dort soll beschlossen werden, zeitnah eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema Satzung und Wahlen einzuberufen“, kündigte der Vorsitzende an.

 Der erste Anlauf, die Satzung zu verabschieden, war in der über dreistündigen Versammlung grandios gescheitert. Dabei feilt der GTV seit Monaten an dem Werk, nahm die Mitglieder in Workshops mit ins Boot. „Die alte Satzung ist überholt, gibt nicht mehr die Realität der täglichen Abläufe und Prozesse wieder“, erklärte Buchheim, „fast täglich müssen operative Entscheidungen getroffen werden, die nicht Zeit haben bis zur nächsten Vorstandssitzung.“

 Daher sieht die Neufassung einen Vorstand mit Geschäftsführer, Sportkoordinator und Schatzmeister vor, der die Vereinsgeschäfte führt. Zu den Aufgaben gehören Vorbereitung des Haushaltsplans, Controlling und Erstellung des Jahresabschlusses. Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat kontrolliert, dessen Wahl einer Delegiertenversammlung obliegt. Ebenso ist eine Mitgliederversammlung im Konstrukt vorgesehen. Das wird erstmal nichts, denn die neue Satzung wurde in geheimer Wahl mit 71 Ja- und 36 Nein-Stimmen abgeschmettert – die 66-Prozent-Mehrheit reichte nicht aus.

 Buchheim wirbt nun für einen neuen Anlauf. „Es muss leichter werden, ehrenamtliche Aufgaben und Wahlämter wahrzunehmen“, so der Vorsitzende. Zumal es dem GTV wie vielen Vereinen schwer fällt, Vorstandsposten zu besetzen. So war das Amt des Schriftführers schon vor der Versammlung vakant.

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