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Nach einem Jahr: Das Gerüst steht fest

Eckernfördes Gleichstellungsbeauftragte Nach einem Jahr: Das Gerüst steht fest

Der Sommerurlaub ist vorüber. Katrin Christine Blum hat ihn zum Teil im Wendland verbracht. Nun sitzt sie wieder hinter ihrem Schreibtisch im Rathaus. Gut gelaunt und entspannt. „Ich hab’ die Möwen vermisst“, sagt Eckernfördes Gleichstellungsbeauftragte und zieht nach einem Jahr Amtszeit positive Bilanz.

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Seit einem Jahr im Amt: Eckernfördes Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christine Blum fühlt sich im Ostseebad und im Rathaus der Stadt sehr wohl.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Eckernförde. Der Sommerurlaub ist vorüber. Katrin Christine Blum hat ihn zum Teil im Wendland verbracht. Nun sitzt sie wieder hinter ihrem Schreibtisch im Rathaus. Gut gelaunt und entspannt. „Ich hab’ die Möwen vermisst“, sagt Eckernfördes Gleichstellungsbeauftragte und entschuldigt sich fast ein wenig dafür. Dass sie sich nach den dienstfreien Wochen auf ihr Zuhause und auf die Kollegen in der Verwaltung gefreut hat, macht deutlich: Hier, im kleinen Büro direkt unter dem Dach der Verwaltung, hat Katrin Christine Blum eine Aufgabe gefunden, die für sie sehr viel mehr ist als nur Arbeit.

 „Wenn mir ein Thema wichtig ist, dann kämpfe ich auch dafür“, betont die 44-Jährige. Nicht nur dieser Satz, auch die streng zurückgekämmten Haare könnten den Eindruck vermitteln, hier spricht eine zickige Emanze. Doch das ist die gebürtige Hannoveranerin nun wirklich nicht. Ganz im Gegenteil. Die Menschen in ihrem beruflichen wie privaten Umfeld sind ihr sehr wichtig. Sie reflektiert viel und hat gelernt, geduldiger zu sein. Die Schnecke aus Porzellan, die auf ihrem Schreibtisch steht, erinnert sie immer wieder daran, Ruhe zu bewahren.

 In den hinter ihr liegenden zwölf Monaten war das nicht immer leicht. „Es war ein arbeitsreiches Jahr“, bilanziert sie ihre Tätigkeit. Was die Ergebnisse anbelangt, so ist sie grundsätzlich zufrieden: „Das Gerüst steht fest und gut“, betont sie. Zu tun gebe es allerdings noch sehr viel, denn leider, so bedauert sie, flutsche nicht alles so wie erhofft. Auch im Umgang mit der Politik. „Selbstsichere Frauen werden anders bewertet als Männer, die so agieren“, hat sie für sich persönlich festgestellt. Selbstsicheren Männern bescheinige man Kompetenz, Frauen sage man bei gleichem Auftreten oft nach, vorlaut zu sein. Verbiegen lassen will sie sich aber keinesfalls. „Ich möchte meinen Idealen treu bleiben“, unterstreicht Katrin Christine Blum.

 In dem einen Jahr, in dem sie in Eckernförde lebt, hat sie festgestellt, dass auch hier nicht überall heile Welt ist. Drogen- und Alkoholprobleme seien genauso anzutreffen wie Prostitution oder Gewalt. Allerdings habe sie in dieser Zeit auch viele tolle Menschen kennengelernt, zum Beispiel im Borbyer Gospelchor, in dem sie mitsingt oder aber beim Gartenprojekt für Frauen, das innerhalb weniger Monate zum Blühen gebracht wurde.

 Das Jahresthema der Gleichstellungsbeauftragten für 2016 soll „Rollenbilder“ heißen. Was hat sich im Laufe der Jahrzehnte gesellschaftlich verändert? Gibt es noch den Kampf der Geschlechter? Diese und andere Fragen will Katrin Christine Blum aufgreifen und in unterschiedlichen Veranstaltungen thematisieren. Unter anderem mit der alternativen Weiberfastnacht „Wilde Hilden“ im Februar in der Stadthalle.

 Und ein privater Wunsch für die Zukunft? „Ich hätte so gern ein kleines Haus im Grünen. Gern auch auf dem Land“, sagt sie, und sofort strahlen wieder ihre Augen. Dabei wird deutlich: Eine zickige Emanze ist Katrin Christine Blum nun wirklich nicht.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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