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Freies Netz im Strandkorb

Strande ist Vorreiter Freies Netz im Strandkorb

Ferienfotos posten aus dem Strandkorb: Ab sofort geht das in Strande gratis. Die Gemeinde punktet mit freiem WLAN, das Kurstrand und Flaniermeile abdeckt. Man braucht nicht einmal ein Passwort. Mit so unkompliziertem Service ist Strande einer der Vorreiter im Land.

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Es ist soweit: Seit Montag kann jeder rund um die Uhr gratis im Strandkorb und auf der Promenade des Ostseebads Strande im Internet surfen. Jörn Clahsen, Chef des Touristikausschusses, probiert sein Tablet gleich überall am Strand aus und ist begeistert vom reibungslosen Empfang. „Das wird viele Gäste freuen“, ist er überzeugt. „Und wer das ablehnt, braucht ja nicht mitzumachen.“

Quelle: Cornelia Müller

Strande. In Dahme (Ostholstein) funktioniert es genauso am Strand. Mehr bietet an der Ostsee nur Timmendorfer Strand, nämlich Nulltarif-Netz im ganzen Ort.

 „Gratis einloggen ohne Passwort? Cool!“ Die Studenten Anna-Lena Trey aus Kiel und Justus Hübotter aus Bremen sind die ersten, die am Montag im Strandkorb vor dem Bistro Das Kaiser davon erfahren. Und zwar von Jörn Clahsen, der strahlend mit Tablet zwischen den Körben umherwandert und sich über superschnelles Netz und tadellosen Empfang freut. Prompt wählen die beiden auf den Handys „LAN 1 Promenade“, das sich hinter dem Drahtlossymbol verbirgt, haken das Ja zur Nutzung ab und sind schon drin. „So wünsche ich mir einen Urlaubsort. Erlebt habe ich das noch nirgendwo“, sagt Hübotter. Und Trey ergänzt: „Auch wenn ich am Strand nicht immer aufs Handy setze, finde ich das klasse. Wer nicht will, muss ja nicht online sein.“

 FDP-Gemeindevertreter Clahsen ist Chef des Touristikausschusses. Seine Fraktion hatte das Projekt angestoßen, das auch CDU und SPD klasse fanden. Ein paar Wochen später als geplant zwar, doch noch in der Saison kann die Touristinfo jetzt mit dem Service werben. Erst mussten die Anschlüsse gelegt werden, damit die drei dezenten Antennen auf dem Kaiser sowie auf den anderen Strandgaststätten Bistro Bruno und Alexy’s installiert werden konnten. Kosten für die Gemeinde: 3000 Euro für die Installation und 50 Euro monatliche Gebühr. Clahsen: „Uns ist klar, dass WLAN als Kriterium für die Wahl des Ferienorts oft den Ausschlag gibt. In Strande ist über die Telefonnetze nicht in allen Bereichen gleich guter Empfang. Umso wichtiger ist, dass wir Gästen dort, wo sie tagsüber sind oder abends flanieren, das freie Netz bieten – und zwar 24 Stunden 365 Tage im Jahr.“

 „Strande hat die Zeichen der Zeit erkannt“, lobt Marc Euler, Sprecher des Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH). „Eine landesweite Übersicht gibt es noch nicht, welche Orte kostenlosen WLAN-Service für Gäste bieten. Fakt ist aber, dass die Gemeinden allmählich auf den Zug aufspringen. Das ist umso wichtiger, weil das Mobilnetz nicht überall im Land gleich gut ist. Jeder Urlauber will heute mal schnell nachsehen, wo was stattfindet oder was im Restaurant auf der Speisekarte steht. Noch wichtiger ist für uns das direkte Empfehlungsmarketing per Facebook und Co.. Das Foto live aus dem Strandkorb oder vom Badelaken ist allerbeste Werbung. Wir appellieren darüber hinaus auch an alle Privatvermieter, den Gästen WLAN zu stellen. In Hotels ist das längst selbstverständlich.“

 Ins gleiche Horn stößt der Ostsee-Holstein-Tourismus. Unter dem Dach firmieren die Ostseebäder von Glücksburg bis Travemünde. Marketingleiterin Claudia Drögsler hat gerade von den Mitgliedern die Übersicht angefordert, welche Orte den Gästen freien Netzzugang bieten, der nicht nur in der Touristinformation funktioniert. Viele sind es nicht. Dahme steht neben Strande obenan mit dem schnellen öffentlichen Strandnetz, das ebenfalls kein Passwort verlangt und das jetzt weiter ausgebaut wird. Weissenhäuser Strand hat mehrere Hotspots im Zentrum Ferienpark Seestraße. In Kellenhusen müssen Gratissurfer Kurkarten- oder Ostseecardbesitzer sein und sich mit Code anmelden. In Travemünde kaufen Gäste einen Voucher, in Großenbrode zahlt man pro Stunde oder Tag. Im Grömitz funktioniert das kostenlose Netz nur rund um die Grömitzer Welle. Weitere Nulltarif-Hotspots beschränken sich in weiteren Bädern auf Touristinformationen und Segelhäfen. Dass sich gleich ein ganzer Ort zum kostenlosen Hotspot erklärt,wie Timmendorfer Strand, scheint einmalig.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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