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Jetzt hatten die Bürger das Wort

Eckernförde Jetzt hatten die Bürger das Wort

Das Interesse am Stadtentwicklungsprojekt Nooröffnung/Innenhafen ist groß in Eckernförde. 283 Besucher kamen Dienstagabend zur Einwohnerversammlung in die Stadthalle, davon 261 Bürger aus dem Ostseebad.

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Blick vom Rundsilo auf die Gaehtjestraße: Der Bereich des Pflanzhügels an der Innenhafenkante soll bebaut werden. Ein Promenierweg am Wasser soll erhalten bleiben.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Grundzüge des von Bund und Land geförderten Vorhabens sind eine neue Wasserfläche, die die Verbindung Noor-Ostsee wieder erlebbar machen soll, sowie eine Wohnbebauung mit Gewerbeanteil. Kritische Wortmeldungen gab es unter anderem zur Bebauung der Hafenkante Gaehtjestraße und zur Öffnung der Wasserfläche selbst.

 Um Investoren zu finden, soll im Sommer ein Vermarktungsverfahren mit integriertem Gestaltungswettbewerb starten. Die Anforderungen erarbeitet eine interfraktionelle Arbeitsgruppe. Dazu gab es im Vorfeld einen Ideen-Workshop mit Politik, regionalen und lokalen Experten. Das Ergebnis: Im Bereich Nooröffnung zwischen Schulweg, Reeperbahn und Noorstraße soll eine Mischung aus kleinteiliger Bebauung (Kante neuer Wasserfläche), dahinter liegendem Geschosswohnungsbau sowie anteiligem Gewerbe entstehen. Angestrebt wird ein „gesunder Mix“ aus Miet- und Kaufobjekten. Die Integration eines Kinos mit Einzelhandel beurteilte Alexandra Dahmen vom Sanierungsträger Big-Städtebau skeptisch. Der Flächenverbrauch wäre hoch, für Wohnungsbau bliebe wenig Platz.

 Gaehtjestraße: „Warum muss die Gaehtjestraße unbedingt bebaut werden?“, fragte ein Zuhörer in der Einwohnerversammlung. Könne man nicht den Blick auf den Hafen frei halten und Raum für andere Möglichkeiten schaffen? Dahmen erläuterte, dass eine bauliche Fassung des Hafens auf beiden Seiten gewünscht sei. Einen „Zwang“ gebe es nicht, das sei eine politische und städtebauliche Diskussion. Martin Klimach-Dreger (SPD) sprach von einer „transparenten Bebauung“ mit Hafen-Blicken. Der derzeitige Pflanzhügel sei hafenuntypisch. Laut Katharina Heldt (CDU) befürworte auch der Vorsitzende des Gestaltungsbeirats zweigeschossige Bauten an der Hafenkante.

 Steindamm: Wird Borby durch die verkehrsberuhigte Verschwenkung der Reeperbahn über den Steindamm abgehängt?, sorgten sich Fragesteller. Laut Dahmen soll es auf dem Steindamm „keine Blockierungen“ geben. Ziel sei es, zur Entlastung den Verkehr aus dem weiteren Norden über die B76 zu lenken.

 Nooröffnung: Könnte statt der Schaffung einer 0,8 Hektar großen Wasserfläche nicht ein Park entstehen?, hieß eine weitere Frage. So ließen sich auch Kosten sparen. Klimach-Dreger erinnerte an den Ausgangspunkt des Projekts, die historische Verbindung von Noor und Ostsee wieder erlebbar zu machen. Es entstehe dabei kein Wassersportareal vom Hafen ins Noor, die Schleuse bleibe. Laut Dahmen sind für Ausbaggern, Uferbefestigung und Siel-Erneuerung 1,7 Millionen Euro veranschlagt.

 Sozialer Wohnungsbau: Der DGB mahnte den Bau von Sozialwohnungen an der Nooröffnung an. „Wir brauchen in Eckernförde bezahlbaren Wohnraum für alle“, appellierte der Vorsitzende Horst Kunze. Dieses Jahr fallen 400 geförderte Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Laut Heldt ist ein Anteil Sozialwohnungen geplant. „Alle Fraktionen wollen das.“ Die Quote stehe aber noch nicht fest.

 Finanzierung: 9,8 Millionen Euro sind bereits für Grunderwerb im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts geflossen. Weitere acht Millionen Euro kommen für anstehende öffentliche Maßnahmen wie Wasserfläche und Parkareale noch hinzu. Dabei handelt es sich um eine Drittel-Finanzierung von Bund, Land und Stadt. Der Hochbau ist privat. Über die Veräußerung von Bauflächen soll Geld wieder zurückfließen. Bürgermeister Jörg Sibbel: „Wir erwarten relativ hohe Verwertungserlöse.“

 Wie geht’s weiter? Am 2. Juli tagt noch einmal die interfraktionelle Arbeitsgruppe. Sie empfiehlt der Ratsversammlung die Kriterien für das Vermarktungsverfahren mit Gestaltungswettbewerb, das im Sommer startet. Es sollen verschiedene Investoren mit regionalem Bezug angesprochen werden. Ende des Jahres soll das „überzeugendste Konzept“ feststehen. Mit dem ersten Spatenstich wird nicht vor 2017 gerechnet. Das Gesamtprojekt ist zwischen 2020 und 2025 fertiggestellt.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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