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Letzter Sonntagsbummel vor der Pause

Bäderregelung Letzter Sonntagsbummel vor der Pause

Der Mix aus verkaufsoffenem Sonntag und Fischmarkt lockte am Sonntag wieder mehr als 40000 Besucher nach Eckernförde. Wegen der Bäderregelung war es der vorerst letzte Sonntagsbummel im Ostseebad.

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Jonathan Müller zeigt in der Bonbonkocherei, wie aus einer Rohmasse Bonbons werden. Für den Betrieb ist der Sonntag ein normal besuchter Tag.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. „Die Menschen möchten am Wochenende etwas erleben“, ist sich Wilfried Wagner sicher. Er ist Vorsitzender des Wirtschaftskreises Eckernförde und somit entschiedener Vertreter des verkaufsoffenen Sonntags. In zweiter Funktion ist er Organisator des Fischmarktes. Die Kombination lockte auch an diesem Sonntag wieder 40000 bis 45000 Besucher in das Ostseebad. Liegt Wagner also mit seiner Vermutung richtig?

 Ja, meint zumindest Peter Beyer. Er ist mit seiner Frau extra aus Hamburg angereist, um in der Neuen Spielkiste in der Frau-Clara-Straße einzukaufen. Ein Feuerwehrauto für seinen Enkel hat er gefunden, darauf hatte er schon im Sommer einen Blick geworfen, als er mit dem Boot in Eckernförde Station machte, erzählt Beyer.

 Auch Ingrid Hecht aus Nübel bei Schleswig ist mit ihren Freunden Brigitte und Wolfgang Groß gekommen – wie fast an jedem Sonntag, an dem die Geschäfte geöffnet haben. „Uns reizen die Vielfalt des Angebots und die frischen Fische“, sagt Hecht, die gerade einen Dorsch erworben hat. Bei den Nebenerwerbsfischern spüre man richtig die Leidenschaft für dieses Hobby, ist ihr Empfinden. Nun will sie noch in der Stadt bummeln und einmal nach neuen Schuhen Ausschau halten.

 Nicht nur Ausschau halten, sondern auch kosten und sich informieren wollen die Besucher der Bonbonkocherei in der Altstadt. Der Andrang ist groß, aber für den handwerklichen Betrieb eher „im normalen Mittelfeld“. Während Bonbonkocher Jonathan Müller zeigt, wie die Köstlichkeiten entstehen, bezieht Inhaber Hermann Hinrichs Stellung: „Für uns ist der verkaufsoffene Sonntag elementar wichtig.“ Die vorgegebene Pause bis zum 20. Dezember mache dem Betrieb zu schaffen, denn der sei gleichzeitig auch ein besonderes Erlebnis in der Stadt. „Und wenn wir dann geschlossen haben, stehen die Besucher enttäuscht vor der Tür und grübeln laut darüber nach, dass wir es wohl nicht nötig haben, zu öffnen“, bedauert der Bonbonkocher, der mit seinem Angebot im nächsten Frühjahr zehn Jahre an seinem Standort zu finden ist.

 Stadt und Hafenpromenade sind voll an diesem Sonntag. Etwa 120 Stände zeigen ihr Angebot auf dem Fischmarkt, den es bereits seit 32 Jahren in Eckernförde regelmäßig gibt. „Es könnten noch 20 Stände mehr sein“, sagt Wilfried Wagner, doch die Baustelle am Hafen verkleinere die Stellfläche zurzeit. Der Angebotsmix aus Kleidung, Lebensmitteln, Holzkunst, Kurzwaren und Fischerhemden begeistert viele Besucher. „Ich hole mir hier immer meine Teufelssalbe“, sagt Brigitte Groß, diese schmerzlindernde Salbe finde sie nur hier. Und was macht sie, wenn in den nächsten Wochen sonntags erst mal nicht mehr geöffnet ist? „Da peilen mein Mann und ich die Weihnachtsmärkte an.“

 Nicht alle sind also zufrieden mit der neuen Bäderregelung, auf die sich das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium und die Kirchen vor zwei Jahren geeinigt haben. Entsprechend der Regelung dürfen die Geschäfte in Kur-, Erholungs- und Tourismuszentren in der Zeit vom 17. Dezember bis zum 8. Januar und vom 15. März bis zum 31. Oktober an Sonntagen für sechs Stunden geöffnet haben (11 bis 17 Uhr). An zwei Sonntagen im Jahr können Sonderregelungen beantragt werden – so wie an diesem 1. November, allerdings nur für fünf Stunden.

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