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13 Konzerte in einer Nacht

Kultur-November 13 Konzerte in einer Nacht

Ein Ort voller Musik war am Sonnabend die Stadt Eckernförde. Die dritte „Lange Nacht“ lockte mit insgesamt 13 Konzerten. Ob in Kneipen, Restaurants oder Galerien – überall erklangen Gesang und Instrumentales von Klassik über Chanson bis Jazz.

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Das Ensemble „Percussion Posaune Leipzig“ begeistert im Maschinenhaus der Stadtwerke mit überraschenden Arrangements von Barock bis Jazz.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Der Abend beginnt mit einem Paukenschlag. Durch die stählerne Atmosphäre des Maschinenhauses der Stadtwerke tönen die ersten Takte von „Also sprach Zarathustra“. Drei Posaunen füllen den langgestreckten Raum, in dem kein Sitzplatz mehr frei ist, einige Besucher sogar stehen. Das Ensemble „Percussion Posaune Leipzig“ führt eindrucksvoll vor, was mit wenigen Instrumenten möglich ist. Zwei Madrigale sind kurz darauf im zarten Blech zu hören, dann ein Bach-Preludium.

 Doch die sächsischen Meisterbläser können mehr. Zum Beispiel große Oper. Bei der Habanera aus Carmen habe man einfach alle überflüssigen Stimmen gestrichen, witzelt der moderierende Posaunist Joachim Gelsdorf. In „Der weiße Hai im Alpensee“ ziehen die Musiker dann alle Register, lassen ihre Instrumente seufzen, schmettern, jubilieren. Kongenialer Partner ist Perkussionist Wolfram Dix, der seinem Schlagzeug unerhörte Rhythmen entlockt. Auf der Schlitztrommel kreiert er sogar geheimnisvolle Seelenklänge über das von Leipniz beschriebene „spirituelle Atom“, die Monade.

 Unterdessen bekommen in der Galerie 66 die Gäste ihre „Kicks auf der Route 66“. Die Vier von „Seven Strings Lady Sings“ warten mit Jazz vom Feinsten auf. Der harmonisch abgestimmte, leichtfüßige Gesang von Sörin Bergmann und Lena Geue korrespondiert bestens mit den virtuosen Gitarren-Läufen von Christian Suter und Michael Huhn, der eine siebente Seite als Bass-Linie aufgezogen hat. Bossa-Nova-Rhythmen und jazzige Klänge wie die der „Brazilian Love Affair“ lassen eine warme Meeresbrise durch den Konzertraum wehen.

 Kein Durchkommen mehr ist derweil im voll besetzten Römer & Wein. Mit weißer Fliege und schwarzer Weste weckt hier Sängerin Nora Blumenau Erinnerungen an die Kabarettchansons der 20er und späterer Jahre. Begleitet von Werner Loll am E-Piano, gibt sie das Vamp und das Gretchen, singt von der Liebe, die keine Sünde sein kann, und von den Seelenqualen der Assistentin des Magiers, der sie jeden Abend zersägt, aber ihre Liebe nicht erhört. Ebenso lebhaft wie „weibhaftig“ trägt Blumenau auch die herzerfrischende Geschichte von der Entstehung des Boeuf Stroganoff vor, wie Friedrich Hollaender sie erdachte. Wirt Uwe Römer nutzt gleich die Gelegenheit, die Sängerin wieder für das nächste Jahr zu gewinnen.

 Mit Geritt Hoss endet gegen 23.30 Uhr die Lange Nacht der Musik. In der Siegfried-Werft beweist der Hamburger mit seiner Band, dass Plattdeutsch nicht bieder ist, sondern auch rocken kann. Selbst ein traditionelles Volkslied wie „Dat Du min Leevsten büst“ bekommt da einen ganz neuen Anstrich. Die Initiatorin und städtische Kulturbeauftragte Andrea Stephan ist am Ende zufrieden. „Die Auswahl stimmte, der Plan ist aufgegangen“, resümiert sie. Am Sonnabend, 26. November, folgt zum Abschluss die Lange Nacht mit Theater und Tanz.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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