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Mit Block und Stift alles im Griff

Strande Mit Block und Stift alles im Griff

Hafenmeister in der Hochsaison, wenn Segler und Motorbootfahrer sich vor den Boxen am Steg drängeln – ein Stressjob? Tobias Klüter bleibt gelassen. Seine täglich 60 bis 70 neuen Gastlieger sind entspannt.

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Hafenmeister Tobais Klüter wacht über Strandes beschaulichen Hafen. Jeden Tag kommen 60 bis 70 neue Gastlieger an, die hier ein paar Tage oder auch nur eine Nacht bleiben. Wer seine Liegegebühr bezahlt hat, bekommt ein Bändchen mit Schiffsnamen und Datum, das am Bug befetigt wird. Dann weiß auch Klüters Vertreter, dass er hier nicht mehr kassieren muss.

Quelle: Cornelia Müller

Strande. „Mit 350 Plätzen haben wir einen verhältnismäßig kleinen Sportboothafen. Viele, die hier anlegen, wenn die festen Liegeplatzinhaber auf Törn in See gehen, sind Stammgäste. Da wird nicht gedrängelt“, erklärt er. Nebenbei blättert der Hafenmeister in einem winzigen Schreibblock. Kleinsäuberlich hat er darauf am Morgen die Nummern aller Boxen notiert, die gerade frei sind. Antiquiert im Zeitalter von Smartphone, Tablet und Computer? Klüter grinst. „Der ist einfach praktischer, wenn ich durch den Hafen gehe. Wenn ein neues Boot einläuft, hole ich den Block aus der Hosentasche und weiß gleich, wo die Crew festmachen kann.“

Die Familie von Philip Hauth aus Hamburg hat das vorab telefonisch geklärt. „Wir sind oft in Strande. Mein Bruder hat sein Boot hier“, erzählt der Vater. „Meine Frau Michaela und unsere Kinder Emily und Luke lieben das. Gleich hinter der Mole beginnt der schöne weiße Strand. Alles ist übersichtlich, gemütlich, gepflegt.“ Mit ihrer Contessa 35, die etwas über zehn Meter lang ist, würden die Hauths in die meisten Boxen passen, die in Strande zeitweise während der Saison frei sind. „Bei größeren Schiffen wird es im Hochsommer schwieriger“, weiß Klüter. „Der Trend geht zum breiten Schiff mit mehr Komfort, egal ob Segelboot oder Motorjacht. Die Mehrheit der Liegeplätze ist aber nur 3,5 bis 3,8 Meter breit und zwölf Meter lang. Über 4,5 Meter Breite haben etwa 30 Boxen. Und natürlich sind nicht alle Inhaber gleichzeitig unterwegs.“

Bevor Dauerlieger, die einem der beiden Segelclubs in Strande angehören oder Mieter beim gemeindeeigenen Hafenbetrieb sind, die Leinen für den Urlaubstörn los werfen, drehen sie die Anzeigetafel am Steg auf die grüne Seite. So weiß jeder Gast auf den ersten Blick, dass der Platz über Nacht frei ist. Klüter dreht das Schild wieder auf Rot am Tag der Rückkehr. „Die Leute rufen vorher an, wann sie wiederkommen.“ Bei Schietwetter kommt es daher vor, dass die Zahl der Gastliegeplätze auf einen Schlag auf ein Minimum schrumpft.

Sind die Gäste aus aller Herren Länder? „Nicht ganz“, berichtet der Hafenmeister. Ab Anfang Juli sind es überwiegend Holländer, die auf dem Weg nach Skandinavien einen Stopp einlegen. Im August kommen sie zurück. Momentan sind viele Dänen, Schweden und Norweger da. Die meisten bleiben nur eine Nacht. Viele deutsche Bootsbesitzer, vor allem Hamburger, bleiben mehrere Tage. „Wir würden am liebsten einen Dauerplatz in Strande haben und von hier aus auf Törn gehen“, verraten die Hauths. Klüter schüttelt nachdenklich den Kopf und sagt: „Das wollen viele. Aber wir haben keine freien Dauer-Plätze. Es könnte nur mit einem Jahresplatz klappen, falls Clubmitglieder eine Saison aussetzen.“

Dann muss er ins Büro neben der Touristinfo, wo Gäste ihre Schlüsselkarten für die Sanitärräume abgeben, bevor sie ablegen. „Bis 16 Uhr bleibt es hier locker. Da kann ich Büroarbeit erledigen, Wetterberichte aushängen, Boote kranen, die unvorhergesehen aufs Trockene müssen. Danach aber geht es bis 18 Uhr rund. Manchmal steht die Schlange derer, die die Liegegebühr bezahlen wollen, bis vor die Tür.“ Macht nichts. Die Strander Gäste sind meist so gemütlich wie der kleine Hafen.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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