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Mittlerin zwischen Kulturen

Altenholz Mittlerin zwischen Kulturen

Die anhaltende Zuwanderung von Flüchtlingen stellt die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. In Altenholz unterstützt deshalb die neue hauptamtliche Flüchtlingskoordinatorin Friederike Hüsken (32) seit einem Monat Verwaltung, ehrenamtliche Helfer und Flüchtlinge.

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Friederike Hüsken ist seit einem Monat Flüchtlingskoordinatorin in der Gemeinde Altenholz.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Am Schrank lehnen Einkaufstüten mit Bettzeug, ein Zen-Garten im Miniformat schmückt das Büro ebenso wie Karten mit Sprüchen. Zum Beispiel: „Ich wage mal die Prognose: Es kommt so oder so.“ Das passt ganz gut zur neuen, vielfältigen Aufgabe von Friederike Hüsken. Offen und unkonventionell wirkt sie beim Beschreiten neuer Pfade in Altenholz. „Ich verstehe mich als Schnittstelle“, erklärt die Kielerin: Sie möchte kulturübergreifend zwischen Flüchtlingen, Ehrenamtlern, Bürgern und der Verwaltung vermitteln. Und sieht sich auch als „Helferin der Helfer – denn ohne Ehrenamt geht es nicht.“

 Zurzeit saugt die 32-Jährige „alles auf wie ein Schwamm“. Die Diplom-Sozialpädagogin mit Vollzeitstelle ist viel unterwegs, vernetzt sich, stellt sich vor, verschafft sich einen Eindruck von der Lage in Altenholz. „Kommunikation ist bei ihr das A und O“, sagt Manfred Luckau, Fachbereichsleiter im Amt für Bürgerdienste, in dem Hüskens Stelle angesiedelt ist. Mit dem Freundeskreis Asyl gibt es in der Gemeinde bereits gut organisierte, sehr tatkräftige Ehrenamtler, die Flüchtlinge und Asylbewerber unterstützen. Dafür ist Friederike Hüsken sehr dankbar.

 122 Flüchtlinge leben zurzeit in Altenholz, weitere werden kommen. Neben Wohnraum sind deshalb auch neue Helfer gern gesehen. „Wir finden für jeden die passende Aufgabe“, sagt die 32-Jährige. Zudem sei es das Ziel, dass Asylbewerber, die schon länger hier leben, ebenfalls zu Helfern werden – zum Beispiel als Dolmetscher.

 „Es gibt natürlich auch Konflikte“, räumt Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) ein. So beschwerten sich Nachbarn in Altenholz über den Lärm, den eine albanische Großfamilie verursachte. Diese ist nun „etwas abseits“ untergebracht. Künftig soll Friederike Hüsken in solchen Fällen vermitteln. Sie kümmert sich außerdem zum Beispiel um Wohnungen und Neuausstattungen, organisierte Volkshochschul-Sprachkurse oder Fototermine für die Flüchtlingsausweise.

 Für die Kielerin schließt sich mit der neuen interkulturellen Aufgabe ein Kreis: Die 32-jährige Sozialpädagogin hat zuvor unter anderem mit Mädchen und Frauen sowie mit traumatisierten Menschen gearbeitet. Zuletzt war sie viereinhalb Jahre lang Leiterin der Sozialen Betreuung in einem Kieler Altenzentrum.

 Bei all ihren Aufgaben versucht die Koordinatorin, „in der Balance zu bleiben“. Singen hilft dabei: Friederike Hüsken ist Mitglied im Kieler Rock- und Popchor Dekiela Sunrise sowie im Ensemble Intakt. Auch Sport dient ihr als Ausgleich, „und das Backen“: Mit einem Korb voller Muffins stellte sich die 32-Jährige ihren neuen Kollegen vor.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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