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Ein Musiker und seine Brot-Zeit

Heiner Hahn aus Osdorf Ein Musiker und seine Brot-Zeit

Sich mit Musikkompositionen zu beschäftigen, gehört zu seinem Beruf. Das Rezept für ein Vollkornbrot zu komponieren, ist sein Hobby. Beides, so Heiner Hahn aus Osdorf, lasse sich durchaus miteinander vergleichen.

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Frisch aus dem Ofen: Heiners Vielkorn-Brot. Besonders lecker schmeckt es mit Schmalz.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Osdorf. Das Objekt, um das es geht, liegt frisch aufgeschnitten auf einem Holzbrett. Es hat eine dunkle Farbe, ist innen fluffig und außen kross. Es duftet verführerisch und – wir durften es probieren – es schmeckt einfach himmlisch. Heiners Vielkornbrot nennt der Hobbybäcker diese Schwarzbrot-Komposition. „Fünf Jahre lang habe ich an der Rezeptur gearbeitet“, erzählt der 64-Jährige. An einem Wochenende Ende 2009 – „daran erinnere ich mich ganz genau“ – war es soweit. Es roch etwas anders als sonst, wenn der Hausherr mit Mehl, Hefe, Sauerteig und Sämereien experimentiert. Hahn bemerkte, wie seine Ehefrau Frauke – „meine ehrlichste Kritikerin“ – beim Probieren einen verzückten Gesichtsausdruck machte und etwas aussprach, was er als schönsten Lohn empfand: „Heiner, nichts mehr verändern!“

 Ob seine Töchter, seine Schwiegermutter oder sein Onkel und seine Tante in Berlin, ob Freunde oder Bekannte: Das Brot war ganz schnell in aller Munde. „Auch ich selbst esse nur noch mein eigenes Schwarzbrot“, sagt der Musiklehrer und Inhaber einer Musikschule mit Standorten in Dänischenhagen und Kiel. Das in den Bäckereien angebotene Brot wolle wolle er keinesfalls schlechtmachen. Da gebe es wirklich gute und wohlschmeckende Brote. Aber ein Vollkornbrot, das ihn Hundertprozentig überzeugt, habe er nie gefunden. „Es fehlte das gewisse Etwas.“ Oft habe er festgestellt: „Der Geschmack, der gerochen wird, ist nicht immer der, der geschmeckt wird.“ Und so machte er sich selbst auf den Weg, dem Geheimnis des perfekten Brots auf die Spur zu kommen.

 Selbst gemahlenes Bio-Roggenmehl, Weizenmehl, Hefe und ein selbst angesetzter Sauerteig – das sind die Grundzutaten von Heiners Vielkornbrot. Mehr will sein Erfinder nicht verraten – schon gar nichts über die verwendeten Sämereien und das Mischungsverhältnis. „Das bleibt ein Geheimnis.“ Stolz berichtet er, wie er sein Brot in einer Kieler Großbäckerei vorstellte. Heiner Hahn erinnert sich: „Das Brot wurde sehr gelobt, und man zeigte Interesse an dem Rezept.“ Doch das Geschäft sei dann doch nicht zustande gekommen.

 Jetzt sucht Hahn nach einer Möglichkeit, das Rezept für einen guten Zweck zu vermarkten, zum Beispiel für eine Kinderkrebsstation.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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