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Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Helfer im Tourismus Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Fast alle Bundesländer haben jetzt Ferien – Hochsaison im Tourismusland Schleswig-Holstein. Wir stellen fünf Menschen vor, die dazu beitragen können, dass der Urlaub auch schön wird.

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David Böck listet an der DRK-Wasserwacht in Strande Wasser- und Lufttemperatur auf.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Dänischer Wohld. Sie bringt das Frühstück: Um 5 Uhr ist Ela Köhn-Krause aufgestanden. Doch das macht der 61-Jährigen nichts aus. Seit 7 Uhr versorgt sie im Brötchenwagen des Schwedenecker Tante-Emma-Ladens am Campingplatz Surendorf die Urlauber. „Es macht Spaß, man findet immer einen Schnack“, sagt sie gut gelaunt. Am meisten freut sie sich, wenn die ganz Kleinen kommen, mit abgezähltem Geld, um Brötchen und manches mehr fürs Frühstück zu holen. Und nun muss die Surendorferin sich erst mal wieder um Kunden kümmern. Eine junge Frau kauft Franzbrötchen, ein Mann möchte Milch. „Frische Biomilch?“ fragt Köhn-Krause freundlich, holt eine Packung aus dem Kühlschrank. Auch Butter, Käse, Eier und Wurst gibt es im Brötchenwagen, dazu frischen Kaffee, Naschitüten, ein paar Souvenirs, Sonnencreme. Was Camper eben so brauchen. Ela Köhn-Krause arbeitet an jedem zweiten Wochenende. „Hier herrscht Ferienstimmung, eine gewisse Leichtigkeit“, das gefällt ihr.

 Er passt am Strand auf: „Haben Sie ein Pflaster?“ Na klar – David Böck geht ins Gebäude der DRK-Wasserwacht am Strander Strand, holt dem Mann, der wegen eines kleinen Schnitts unter dem Fuß gekommen ist, das Gewünschte. „Pflaster kleben ist hier an der Tagesordnung“, sagt der 24-jährige Hamburger. Seit acht Jahren hilft er regelmäßig ehrenamtlich ein, zwei Wochen lang an die Förde. In Strande arbeiten sie zu zweit: Während der Kollege auf dem Rettungsturm die Badenden im Blick hat, bleibt Böck nahe am Gebäude der Wasserwacht, für den Notfall. Zum Glück passiert hier selten was im Wasser. Meist ist der 24-Jährige bei Schnittwunden durch Muscheln oder Schürfwunden gefragt. Oder bei einem Sonnenstich, weil „leider immer noch zu viele Menschen ohne Schutz“ am Strand sind. Böck, der Rettungsingenieurwesen studiert, gefällt die „schöne Gemeinschaft“ bei der DRK-Wasserwacht. Die kann Nachwuchs gebrauchen: „Wir suchen junge Leute, die sich sportlich und rettungstechnisch engagieren wollen.“

 Sie hat viele gute Tipps: Wo finden wir die Kirche? Wo kann man gut essen? Fährt von hier ein Schiff nach Kiel? Bekommen wir noch kurzfristig ein Zimmer? Bei diesen und anderen Fragen hilft Christine Guschewski vom Team der Touristeninformation direkt an der Strandpromenade in Eckernförde. „Mir macht das unheimlich viel Spaß“, sagt die 49-Jährige und strahlt dabei. Ihr gefällt die abwechslungsreiche Arbeit, der Kontakt zu den Menschen. Neben vielen Flyern für Eckernförde und die nähere und weitere Umgebung bietet das Info-Zentrum zum Beispiel Kartenmaterial und Souvenirs. Stadtführungen werden hier gebucht, ebenso wie Strandkörbe. An knackigen Sommertagen sind die oft gegen 11 Uhr schon vergeben, erzählt Guschewski. Sie lebt in der Nähe von Rendsburg und genießt jeden Tag Urlaubsgefühl: „Wenn ich morgens über die Promenade gehe, ist das mein Highlight.“

 Sie bringt den Ball ins Spiel: Susan Benver arbeitet in einer fröhlich-gelben Holzhütte, die ihr täglich einen fantastischen Blick aufs Meer bietet. Wenn Benver nicht gerade wieder Golfschläger und Bälle an Besucher des Ostseegolf-Platzes in Eckernförde ausgibt. Die großen Kunstrasenbahnen nahe der DLRG-Wache locken schon im vierten Jahr Besucher an. „Es wird gerne genutzt, hier findet man an heißen Tagen auch mal Schatten“, sagt Benver. Morgens säubert sie immer die Golfbahnen. „Es macht mir Spaß, mit Leuten zu reden“, erzählt die Osterrönfelderin von der Tourismusorganisation.

 Er weckt die Lust aufs Segeln: Andreas Twesten liegt mit seiner Segel-Ketsch „Tu Solo Tu“ im Eckernförder Stadthafen. Dort bietet er neben Chartertouren im Sommer auch eineinhalb- bis dreistündige Touren nach Fahrplan an. „Damit die Leute mal die Faszination des Segelns erleben“, sagt der 55-Jährige. Mehr als zwölf Leute nimmt er nicht mit an Bord. Twesten, der mit seinem Bart, den Tattoos und knorriger Stimme ziemlich genau so wirkt, wie man sich eben einen Seebären vorstellt, segelt selbst seit etwa 30 Jahren. Jetzt im Sommer ist er mit seiner „Tu Solo Tu“ jeden Tag unterwegs. Die klassisch getakelte Ketsch stillt übrigens nicht nur Urlauber-Sehnsucht nach Wasser: An Bord werden auch Crêpes zubereitet.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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