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Autofahrer nutzten schönes Wetter

Hochbetrieb in der Waschanlage Autofahrer nutzten schönes Wetter

Langsam rollt der dunkle Audi unter dem Vorsprühbogen hindurch. Dirk Streich hält die Hochdrucklanze in der rechten Hand, mit der linken fordert er den Fahrer auf, den Wagen weiter rollen zu lassen. Im Eckernförder Car-Wash-Center an der Rendsburger Straße herrscht Hochbetrieb.

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Seit fast zehn Jahren betreibt Dirk Streich die textile Waschstraße an der Rendsburger Straße in Eckernförde.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Der Audifahrer folgt erneut den Handzeichen Streichs. Nun geht’s so richtig zur Sache. Gleich vier Mitarbeiter umringen das Fahrzeug. Innerhalb weniger Sekunden sind die Scheiben abgesprüht und Lack sowie Felgen eingeschäumt. „Nehmen Sie bitte den Gang raus und nicht bremsen“, wendet sich Streich beim Kassieren an den Fahrer. Dann dirigiert er das Auto auf eine Schiene. Kurze Zeit später ist der Wagen in einem Wald von umherschwingenden Textilbürsten verschwunden. Wenige Minuten später verlässt der Audi die Anlage. Der Fahrer ist zufrieden und wischt mit einem weichen Lappen die letzten Wassertropfen vom in der Sonne glänzenden Lack. Dirk Streich hat längst die nächsten Fahrzeuge unter der Hochdrucklanze. „Vor Ostern ist bei uns viel los“, weiß er. In diesem Jahr sogar besonders viel. Das überrascht nicht. Das Wetter ist schön. Viele wollen noch am gleichen Tag in den Urlaub. Da erstaunt es nicht, dass draußen an den Boxen, in denen jeder selbst die Innenreinigung seines Autos vornehmen kann, ganze Familien anrücken. Die Kinder klopfen die Teppiche aus, Mutter saugt die Sitze ab, Vater poliert das Armaturenbrett.

Für viele Autofahrer hält der Frühjahrsputz das ganze Jahr an. Wie oft wird im Durchschnitt gereinigt? Dirk Streich, der die Anlage zusammen mit seiner Frau Barbara betreibt, verweist auf eine unlängst veröffentlichte Statistik: „Sieben Mal im Monat.“ Die besten Tage sind für ihn und seine Mitarbeiter die Freitage und Sonnabende, die besten Monate März, April und Mai. Dann soll das Salz vom Winter runter, und der Lack erhält wieder eine schützende Wachsschicht. Der Fachmann hält das für sinnvoll. Er selbst fährt mit dem eigenen Auto drei- bis viermal in der Woche durch die Anlage. „Ich bin da sehr pingelig“, räumt er ein. Zudem sei ein sauberes Auto aber auch Werbung in eigener Sache.

Nicht jeder denkt so. „Es gibt Autofahrer, die kommen einmal im Jahr“, erzählt er. Er, seine fünf Vollzeitkräfte und die zehn Aushilfen sind in solchen Fällen besonders gefordert. Mit einer normalen Vorwäsche und einer Fahrt durch die textilen Bürsten ist es da zumeist nicht getan.

In Streichs Anlage wird das verwendete Wasser übrigens biologisch aufbereitet. 60000 Liter laufen dabei im Kreis. Ein Blockheizkraftwerk und eine Solaranlage auf dem Dach der großen Halle sorgen dafür, dass 50 Prozent der benötigten Energie selbst produziert wird.

Ist die Waschanlage eigentlich fest in Männerhand? Dirk Streich muss nicht lange überlegen. Er schüttelt verneinend den Kopf. „Maximal 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen“, schätzt er. In einem Punkt sei der Anteil der Frauen allerdings deutlich höher: „Es gibt viele, die Platzangst haben und vor der Bürstenreinigung aussteigen.“ Sie würden ihr Auto dann an der Ausfahrt wieder in Empfang nehmen.

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Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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