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Syrischer Abend ist ein voller Erfolg

Holtsee Syrischer Abend ist ein voller Erfolg

Die Alte Schule in Holtsee platzte fast aus allen Nähten: Ein Syrischer Abend lockte am Sonnabend rund 80 Besucher in den Dorftreff. Asylbewerber tischten dort Gerichte aus ihrer Heimat auf und berichteten nach dem gemeinsamen Essen von ihrer Flucht.

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Zum Dank für die freundliche Aufnahme im Dorf und die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern servierten Flüchtlinge verschiedene Speisen aus ihrer Heimat, die die Besucher in der Alten Schule in Holtsee gern probierten.

Quelle: Jan Torben Budde

Holtsee. „Wir möchten uns bedanken, weil ihr uns immer helft“, sagte Mohamad Alziab (33), „ich wünsche Euch guten Appetit.“

Der Syrer ist erst wenige Monate in Holtsee, wo insgesamt 14 Asylbewerber – sieben Männer und eine Familie – in einem Haus untergebracht sind. Dort hatten die Flüchtlinge die Speisen in ihrer Küche zubereitet. Ulrike Reuter aus der etwa 20-köpfigen Flüchtlingsinitiative in Holtsee war vorher mit ihnen Einkaufen gefahren. „Die Asylbewerber freuen sich, wenn sich Einheimische für sie interessieren“, sagt sie, „deshalb freut es mich, dass so viele zum Syrischen Abend gekommen sind.“ Es gehe vor allem darum, dass die Flüchtlinge mehr Kontakte im Dorf knüpfen, wie Mitstreiterin Dorothea Paulsen erläuterte.

Einen ganzen Tag lang hatten die Syrer für den Abend gekocht. Vor dem Essen erläuterte Mohamad Alziab noch eben, was die Gastgeber da genau servieren. Es gab unter anderem Reis mit Mandeln und Hühnerfleisch, Quark mit Olivenöl, Arabisches Brot, Pastete, Rinderhackbällchen, Salate und Baklava. Die Spezialitäten dufteten nicht nur verlockend. „Es schmeckt wunderbar“, lobte Christine Fiedler.„Wir bedanken uns mit dem Essen bei Euch“, sagte Mohamad Alziab lächelnd, „wir sind glücklich.“

Kein Wunder, denn die Hilfsbereitschaft im Dorf lässt sich durchaus sehen. „Gleich nachdem bekannt war, dass Asylbewerber nach Holtsee kommen werden, war das halbe Dorf zur Stelle“, erzählte Uwe Gietzelt, der sich in der Gruppe „Wir für uns“ in der Alten Schule engagiert. Die bis dahin leer stehende Unterkunft sei in einer gemeinschaftlichen Aktion auf Vordermann gebracht und eingerichtet worden. Laut Dorothea Paulsen erhalten die Flüchtlinge jetzt drei Mal pro Woche Sprachunterricht. Zudem unterstützen ehrenamtliche Helfer bei alltäglichen Herausforderungen wie Behördengängen oder Arztbesuchen.

Nach dem Essen schilderte Moen Daoud in gebrochenem Deutsch die Flucht mit Ehefrau, Kindern und einem Neffen aus Syrien, wo der Familienvater als Friseur tätig war. Über das Mittelmeer entkamen sie der Bedrohung durch die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Er benötigte nur wenige Worte, um die Situation in ihrer Heimat darzustellen: „Viele Menschen tot, vieles kaputt, kein Wasser, keine Schule, kein Essen.“ Jetzt freut er sich auf ein Praktikum beim Friser. „Ich bin glücklich, in Deutschland zu sein.“

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