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Windpark unter Protest eingeweiht

Holtsee Windpark unter Protest eingeweiht

Die einen kamen zum Feiern, die anderen zum Protestieren. Beim Einweihungsfest für den Windpark Holtsee-Altenhof am Freitag wurden beim Aufeinandertreffen beider Gruppen positive und negative Auswirkungen des Windkraftausbaus deutlich.

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Der Windpark Holtsee-Altenhof wurde am Freitag eingeweiht.

Quelle: Rainer I. Krüger

Holtsee. Feiern wollten die Betreiber und viele Bürger aus Holtsee und Altenhof sowie aus Anliegermeinden des Windparks. Torsten Levsen, Vorstandsvorsitzender des Windparkbetreibers Denker & Wulf, bezeichnete den Park mit zehn Rädern mit einem Jahresertrag von 72 Millionen Kilowattstunden als „Beitrag zur Energiewende“.  Andreas Betz, Amtsdirektor des Amtes Hüttener Berge, wies darauf hin, dass der erzeugte Strom nach seinen Berechnungen den Bedarf der Ämter Dänischer Wohld und Hüttener Berge sowie der Stadt Eckernförde deckt. Zudem stellte er die Wertschöpfung durch den Park heraus. Allein die sieben Anlagen in Holtsee würden jährlich 225000 Euro für öffentliche Kassen Gewerbesteuereinnahmen bringen. Die Ex-Bürgermeister von Holtsee und Altenhof, Ulfert Geertz und Hilmar Marohn, wünschten dem Windpark viel Erfolg.

Windparkgegner protestierten am Freitag zur Einweihung in gelben Shirts. Foto: rik

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Protestieren wollten Anwohner und andere Windparkkritiker. In gelben T-Shirts mit der Aufschrift „Stoppt den Windwahn“ hörten 19 von ihnen den Reden zu. Darunter war Susanne Kirchhof aus Holtsee, Vorsitzende des Vereins Gegenwind Schleswig-Holstein. Schon vorher hatten sich die Anwohner über Geräusche der Anlagen beschwert und Gesundheitsgefahren durch tieffrequenten Schall und Infraschall vermutet. Anliegerin Birgit Sass schilderte ihre Situation. „Wir wollen zeigen, dass uns nicht zum Feiern zumute ist. Die Immobilienpreise in der Nachbarschaft des Parks gehen gegen Null. Da von Wertschöpfung zu sprechen, ist Hohn.“ Immer wieder riefen die Protestler bei den Ansprachen dazwischen. Levsen verwies darauf, dass er deren Rederecht großzügig auslegte. Insbesondere weil nur nicht direkte Anlieger, sondern auch andere Mitglieder windkraftkritischer Initiativen protestierten. Levsen bot ihnen den Dialog an.

Ebenso hielt es Ramon Hiemcke (CDU), 1. stellvertretender Bürgermeister von Holtsee.  „Rufen sie mich ruhig auch nachts an, wenn die Geräusche des Windparks zu hören sind“, bot er Kirchhof an. Laut Levsen sind die Arbeiten am Windpark noch nicht völlig abgeschlossen. So werden an einigen Anlagen  noch Schallmessungen gemacht. „Sie erfolgen, um zu sehen, ob der Hersteller seine Garantien einhält.“  

  

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