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Jetzt sind die Gemeinden am Zug

Hospiz in Gettorf Jetzt sind die Gemeinden am Zug

Gut zwei Millionen Euro werden benötigt, um in Gettorf ein stationäres Hospiz für den Dänischen Wohld errichten zu können. Amtsvorsteher Kurt Arndt ist zuversichtlich, dass der Kraftakt, das Geld aufzubringen, gelingt: „Der Weg ist schwierig, aber wir schaffen das.“

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Sind zuversichtlich, dass 2018 mit dem Bau des Hospizes begonnen werden kann: Hospizvereins-Vorsitzende Dr. Friederike Boissevain und Amtsvorsteher Kurt Arndt.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Landauf, landab fehlt es an Hospizplätzen. „Die Wartezeit beträgt drei bis vier Wochen, und spezielle Plätze für Kinder gibt es in ganz Schleswig-Holstein nicht“, so Hospizvereins-Vorsitzende Dr. Friederike Boissevain. Die Ärztin hatte gemeinsam mit Kurt Arndt zu einem Pressegespräch eingeladen, um über den Sachstand für das ehrgeizige Projekt zu berichten. Geplant ist eine Einrichtung mit zehn Plätzen, wobei nach Boissevains Worten darüber nachgedacht werde, zwei dieser Plätze so variabel zu gestalten, dass sie im Bedarfsfall die speziellen Anforderungen für die Betreuung von Kindern erfüllen.

 Der Einzugsbereich deckt den Dänischen Wohld mit seinen rund 36000 Einwohnern ab. „Alle acht Gemeindevertretungen des Amtes Dänischer Wohld haben bereits positive Grundsatzbeschlüsse für das Hospiz gefasst“, so Amtsvorsteher Arndt. Allerdings sind über diese Willensbekundungen hinaus konkrete Zusagen für eine finanzielle Beteiligung erforderlich. Die Kommunen – dazu gehören auch die vier Gemeinden des Amtes Dänischenhagen sowie die Gemeinde Altenholz – sollen zusammen 500000 Euro und damit rund ein Viertel der Investitionskosten aufbringen. Dies entspricht 14,50 Euro pro Einwohner.

 Die Gettorfer Gemeindevertretung ist bisher die einzige, die den von ihr geforderten Kommunalanteil in Höhe von rund 105000 Euro fest in den Haushalt 2017 eingestellt hat. Arndt und Boissevain hoffen, dass alle anderen Gemeinden aus der Gebietskulisse des Dänischen Wohldes diesem Beispiel folgen. Es habe mehrere Gespräche mit dem Amt Dänischenhagen und der Gemeinde Altenholz gegeben; die Signale seien positiv. „Schön wäre es, wenn bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres die kommunale Finanzierungssäule steht“, so die Hoffnung des Amtsvorstehers aus Gettorf. Die Frist für die Beantragung von Fördermitteln laufe im April ab. Bis dahin müssten verbindliche Beschlüsse der Kommunen vorliegen.

 Kurt Arndt – er ist auch Fraktionsvorsitzender der SPD in Gettorf – weiß als Kommunalpolitiker, dass die Gemeinden angesichts der explodierenden Kosten für die Kinderbetreuung kaum Spielraum für freiwillige Leistungen haben. Dennoch: Die Zuschüsse für das Hospiz sind seiner Ansicht nach „tragbar“. Es handele sich um eine einmalige Ausgabe; das Geld könne über einen Zeitraum von 25 Jahren abgeschrieben werden.

 Mit den kommunalen Zuschüssen verhält es sich nach Auskunft von Friederike Boissevain genauso wie mit den Spenden: Sie werden nur dann abgerufen, wenn das Hospiz auch tatsächlich realisiert wird. Im Finanzierungsplan ist der Spendenanteil mit 800000 ausgewiesen. „Hier sieht es sehr vielversprechend aus“, sagte Boissevain, auch wenn es noch keine festen Zusage gebe. In den 800000 Euro sind nach ihren Angaben auch mögliche Zuschüsse zum Beispiel von Stiftungen enthalten. Eine weitere wichtige Säule der Finanzierung sind EU-Mittel, die über die Aktiv-Region eingeworben werden sollen. Hier hat man vor allem sogenannte GAK-Mittel (450000 Euro) im Visier. Insgesamt wird auf 750000 Euro aus EU-Töpfen gehofft.

 Grundsätzlich soll das Hospiz auf Empfehlung des Gutachters finanziell unbelastet an den Start gehen. Das bedeutet, dass bis zum ersten Spatenstich die gesamte Investitionssumme zur Verfügung stehen muss.

 Die Grundstücksfrage ist zur Freude von Friederike Boissevain geklärt. Gettorfs Gemeindevertretung hat sich, wie berichtet, einstimmig dafür ausgesprochen, für das Hospiz auf Erbpachtbasis ein Grundstück am Sander Weg zur Verfügung zu stellen. Bis April soll dafür gesorgt werden, dass dort Baurecht hergestellt wird. Die Planung des Gebäudes übernimmt ehrenamtlich Uwe Mumm, ein Architekt aus Bergenhusen, der vor allem für Auftraggeber aus dem Gesundheitswesen tätig ist.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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