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Neue Druckerei geplant

IT-Dienstleister Dataport in Altenholz Neue Druckerei geplant

Ob Steuerbescheide, Wahlbenachrichtigungen oder „Knöllchen“: Beim IT-Dienstleister Dataport gehen behördliche Schreiben in den Druck. Jetzt möchte das Unternehmen mit 2400 Beschäftigten ein neues Druckzentrum auf dem Gelände in Altenholz bauen.

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Dataport druckt Steuer- und Bußgeldbescheide sowie Wahlbenachrichtigungen und kommunale Abgabenbescheide.

Quelle: Budde

Altenholz. Rund 600 Tonnen Blatt Papier benötigt die Anstalt öffentlichen Rechts pro Jahr für ihre Aufträge aus der öffentlichen Verwaltung. Für den Neubau „läuft das Verfahren“, berichtet Pressesprecherin Britta Heinrich, „sobald es soweit ist, wird das kommuniziert“. Über die Baugenehmigung muss die Gemeinde Altenholz noch beraten.

 Die Druckerei im Dataport-Komplex gleicht beinahe einem Hochsicherheitstrakt. Besucher benötigen einen speziellen Ausweis, um in die Produktionshalle vorzudringen. „Es geht hier um hochsensible Daten, die besonders schützenswert sind“, begründet Heinrich die Vorkehrungen. Ein Sicherheitsdienst wacht über deren Einhaltung. In Altenholz werden immerhin Steuer- und Bußgeldbescheide sowie Wahlbenachrichtigungen für die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt gedruckt. Das zweite Druckzentrum – in Lüneburg – ist für die Briefe vom niedersächsischen Fiskus zuständig. Beide Häuser verfügen über dieselbe Infrastruktur, sodass bei Bedarf Druckaufträge des anderen Standorts übernommen werden könnten.

 Wozu ein neues Druckzentrum? Die Technik sei zwar stets auf den aktuellen Stand gebracht worden, wie Leiterin Sabine Leske und ihr Stellvertreter Hanno Overath betonen. Handlungsbedarf bestehe aber bei der Klimatechnik. Leske zufolge benötigt das Papier im Produktionsprozess eine bestimmte Luftfeuchtigkeit (50 bis 55 Prozent) und eine gleichbleibende Temperatur von 20 bis 21 Grad, damit es sich im Digitaldruck nicht wellt. Nicht zuletzt unter energetischen Gesichtspunkten sei eine neue Produktionshalle sinnvoll, gerade mit Blick auf die Dämmung des alten Gebäudes. Die vorhandene Technik ziehe ansonsten ins neue Druckzentrum um. Zu Hallengröße und Investitionsvolumen machte Britta Heinrich wegen des offenen Verfahrenes keine Angaben.

 „Viele Leute wissen gar nicht, dass es hier ein Druckzentrum gibt“, sagt Sabine Leske. Diese Tatsache löse im Bekanntenkreis häufig Verwunderung aus. Dabei ist der Ausstoß in der Produktionshalle beachtlich. Laut Dataport werden in Altenholz und Lüneburg pro Jahr insgesamt 180 Millionen Seiten gedruckt und 55 Millionen Briefe kuvertiert – also gefaltet und in einen Umschlag gesteckt. 1000 Seiten pro Minute spucken die Endlosdruckstraßen für große Auflagen aus. „Würde man alle DIN-A4-Blätter hintereinander legen, die in Altenholz und Lüneburg bedruckt werden, wären das rund 40000 Kilometer“, rechnet Leske vor.

 Von montags bis freitags herrscht im Altenholzer Druckzentrum rund um die Uhr Betrieb. 28 Maschinen- und Anlagenführer sind dort beschäftigt. Hinzu kommen Mitarbeiter in Materiallager, Versand und Backoffice. „Wir bilden hier unseren eigenen Nachwuchs aus“, sagt Leske. Dataport-Träger sind übrigens die Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie der kommunale „IT-Verbund Schleswig-Holstein“. 2015 lag der Umsatz laut Unternehmensangaben bei 466 Millionen Euro.

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