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Im Grundsatz für ein Hotel

Exer-Fläche Im Grundsatz für ein Hotel

Der Investor steht in den Startlöchern, und die Politik ist bereit, ihm Anschubhilfe zu leisten. Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen fasste jetzt mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss, die Exer-Fläche in Eckernförde auch künftig als möglichen Hotelstandort zu vermarkten.

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So ähnlich wie das Beach-Motel in St. Peter-Ording könnte das Hotel auf dem Exer in Eckernförde einmal aussehen. In einer entsprechenden Studie wird mit diesem Entwurf jedenfalls geworben.

Quelle: Architekturwerkstatt Ladehoff

Eckernförde. Dass sich die Stadt finanziell eventuell am Projekt beteiligt, wird hingegen nicht einhellig begrüßt.

Der Wunsch, auf der städtischen Fläche des Exers ein weiteres Hotel zu errichten, ist nicht neu. Doch bislang fehlte ein Investor, der bereit ist, sich finanziell an diesem strand- und innenstadtnahen Standort zu engagieren. Den gibt es nun. Er soll aus Schleswig-Holstein kommen und habe keine Hotelkette hinter sich, verriet Touristik- und Stadtmarketing-Chef Stefan Borgmann. Nach seinen Worten sei es in der Vergangenheit zumeist schwierig gewesen, Investoren zu finden. „Eckernförde war für viele nicht attraktiv genug“, sagt Borgmann. Das habe sich geändert. Die in den zurückliegenden Jahren ständig gestiegenen Übernachtungszahlen hätten wesentlich dazu beigetragen. Und so ist ein Hotel auf dem Exer mit maximal 165 Zimmer auf Drei-Sterne-Niveau beziehungsweise 100 Zimmer im Bereich der Vier-Sterne-Kategorie keine Utopie mehr.

Um mit dem Investor verhandeln zu können, war es erforderlich, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss einem Vorschlag der CDU zu. Der besagt nicht nur, dass der Exer als Hotelstandort vermarktet werden soll. Er legt außerdem fest, dass die Stadt und ihre Gesellschaften eine Hotelansiedlung bei Bedarf unter vorheriger Zustimmung der Politik mit eigenen Investitionen in die Infrastruktur (zum Beispiel Bau einer Seebrücke mit Vorplatz oder Modernisierung des Wellenbades mit Anbindung ans Hotel) unterstützen können. Solche Investitionen dürfen allerdings nicht höher ausfallen als der erzielte Verkaufserlös aus der Exer-Fläche. Außerdem sieht der Beschluss vor, dass der Investor auch weiterhin öffentliche Parkplätze in der bisherigen Anzahl vorhalten muss.

Grundsätzlich, so wurde in der Beratung deutlich, will die Politik ein Hotel an dieser Stelle. Allerdings nicht um jeden Preis. So möchte Grünen-Ratsherr Edgar Meyn in einer Risikobewertung gern geprüft wissen, welche Folgekosten beispielsweise beim Bau einer Seebrücke auf die Stadt zukommen und ob solch eine Brücke Einfluss auf das Strömungsverhalten und damit auch auf Sandanlandungen haben könnte.

Ratsherr Rainer Beuthel (Die Linken) äußerte sich ebenfalls skeptisch: „Ich halte das Ganze für fragwürdig“, meinte er. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt von mehr als einer Million Euro sei schließlich nicht unerheblich. Und dass der Investor 140 neue öffentliche Parkplätze schaffe, wollte er auch nicht recht glauben.

Manch einem Ausschussmitglied ging die Diskussion entschieden zu weit. Schließlich, so hieß es, gehe es ja gar nicht um Details, sondern im Wesentlichen um die grundsätzliche Entscheidung darüber, ob der Exer ausschließlich Parkplatz bleiben oder aber als möglicher Hotelstandort vermarktet werden solle.

Am Ende stimmten acht der elf Ausschussmitglieder dem Beschlussvorschlag der CDU zu. Stefan Borgmann durfte danach erleichtert aufatmen: „Es ist ein Aufschlag. Nun können wir vernünftig mit dem Investor sprechen“

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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