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Majestätisch durch die Lüfte

Eckernförde Majestätisch durch die Lüfte

Mit dem Heißluftballon für ein paar Stunden in der Luft ist die Eckernförder Touristik- und Marketing Gesellschaft (ETMG), um ein paar Fotos aus der Vogelperspektive zu machen.

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Sabrina Bock (ETMG), Thomas Oeding, Stefan Borgmann (ETMG, von links) sind dabei.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Die Kühe sind irritiert, schauen links, schauen rechts, und als ein Schatten über sie fällt, schließlich nach oben, zu der Quelle des Lärms. Thomas Oeding öffnet gerade die Gaszufuhr, der Brenner faucht, erwärmt die Luft und zieht den Ballon wieder ein Stück nach oben. Die Kühe wenden sich wieder ihrem Gras zu, der Ballon gewinnt an Höhe.

 Wünschen kann man sich viel. Doch der Wind muss stimmen. An diesem Dienstagmorgen um 5 Uhr stimmt alles. Am Boden ist es windstill, ideal, um den Ballon aufzubauen. Dicht über dem Boden weht ein leichtes Lüftchen aus Nord-West, ab 200 Meter Höhe aus Nord. „Perfekt“, freut sich Pilot Thomas Oeding, denn so lasse sich der Ballon ein bisschen lenken. Doch vor dem Vergnügen kommt der Aufbau. Der Korb wird aufgestellt, die vier Gasflaschen in den Ecken montiert, der Ballon aus dem Transportsack entrollt. 25 Meter lang ist die Hülle, noch schlaff auf dem Boden liegend. Ein Ventilator pustet Luft hinein, schnell sind 3400 Kubikmeter Rauminhalt gefüllt, der Brenner wird aktiviert, die Luft um 70 Grad erwärmt, und schon steht der Ballon startbereit auf dem Asphalt.

 „Gute Fahrt“, sagt der „Verfolger“ Thomas Lackner, wegen des gleichen Vornamens Tom Tom genannt, so kommt es zu keinen Verwechselungen. Tom Tom fährt mit dem VW-Bus dem Ballon hinterher, um später alle wieder einzusammeln. Keine leichte Aufgabe: Der Ballon nimmt die Luftlinie, der Bus muss den Straßen folgen. Die Verständigung läuft über Funk und Sichtkontakt. Gute Fahrt? Ballon fährt man, seit die Brüder Montgolfier ihn im 18. Jahrhundert erfunden haben. Fliegen, das können andere.

 Los geht’s. Schnell ist Höhe gewonnen, das Eckernförder Noor in Sicht. Über einen Angler in seiner kleinen Nussschale geht es zum Zentrum und am Strand weiter auf das Gut Altenhof zu. 6 Uhr ist es geworden. „Golfer sind wohl Spätaufsteher“, sagt Oeding, zu sehen ist jedenfalls keiner auf dem Platz.

 Schon lange ist Oeding (50) vom Ballonfahren infiziert, seit 1991 hat er den Pilotenschein. Ruhe und Verantwortung strahlt er aus, der Gast begibt sich gern in seine Obhut. Seine Firma fährt im Sommer mit drei Ballonen, drei Piloten und zehn „Verfolgern“. Oeding: „Im Winterhalbjahr sind wir in Österreich in den Bergen, dann ist es in Schleswig-Holstein zu trist.“

 Der Kanal ist überquert, Zeit für die Landung. „Das Stoppelfeld da hinten nehmen wir“, kündigt der Pilot an und geht runter. Ein paar Verhaltensmaßregeln für die Landung noch, mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, damit man nicht mit der Nase im Dreck landet, falls der Korb umkippt zum Beispiel. Und rumms: Der Korb setzt auf, rutscht noch ein bisschen, der Ballon steht. Am Ende: eine Ballontaufe für die Neulinge, eine Urkunde und ein Adelstitel, nicht ganz ernst gemeint. Denn Ballonfahren war zu Montgolfiers Zeiten ein königliches Vergnügen. Heute ist es für alle, aber majestätisch ist es geblieben.

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Ein Artikel von
Kai Pörksen

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