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Immer für einen Lacher gut

Osdörper Speeldeel Immer für einen Lacher gut

Muhammad Ali holt sich den Weltmeistertitel, der Vietnamkrieg ist endgültig vorbei und Bill Gates gründet Microsoft: Das alles liegt 40 Jahre zurück – und im selben Jahr, 1975, wurde die Osdörper Speeldeel aus der Taufe gehoben. Seitdem lockte das Ensemble mit 42 plattdeutschen Stücken insgesamt rund 42000 Zuschauer in ihre Vorstellungen.

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Die Osdörper Speeldeel unterhält das Publikum seit 40 Jahren op Platt: Simone Jöhnk, Maren Kohrt, Anka Much, Holger Schäfe, Manfred Kohrt und Wilhelm Altermann-Schoer (von vorn) möchten Proben, Lampenfieber und Auftritte nicht missen.

Quelle: Jan Torben Budde

Osdorf. So lautet die Bilanz von Wilhelm Altermann-Schoer, der zusammen mit dem Ehepaar Maren und Manfred Kohrt zu den letzten verbliebenen Gründungsmitgliedern gehört. „Eine tolle Truppe, wir lachen schon viel in den Proben“, möchte der Regisseur die gute Stimmung nicht missen. Zwar bestehe nicht der Anspruch, professionell zu spielen: „Aber die Qualität muss stimmen“, betont der 62-Jährige.

Die Wurzeln lagen in der Landjugend. „Wir traten bei Erntebällen auf“, denkt Altermann-Schoer zurück. Einige Mitglieder fühlten sich für die Landjugend zu alt und gründeten im November 1975 die Speeldeel. Das Ensemble startete mit zehn Mitgliedern. Im Laufe der Jahre gehörten ihm insgesamt 60 Darsteller und Helfer hinter den Kulissen an. Simone Jöhnk stieß mit 16 Jahren zur Speeldeel, ist noch immer das „Küken“. „Ich habe mich gleich toll aufgenommen gefühlt“, erzählt die 33-Jährige.

Als Herausforderung bezeichnet Altermann-Schoer die Wahl der Stücke. „Wir haben schon so viel gespielt“, begründet der Regisseur. Die Liste reicht von Tratsch in’t Treppenhus über Opa ward verköfft bis zu Meister Anecker. Dieses Jahr verwandelte sich die Bühne in Dibberns Gasthof ins Kurhotel Dieksiel. „Das Lokal könnte nicht besser sein“, lobt Holger Schäfe. Die Unterstützung der Wirtsleute sei großartig. Bis zu 35 Mal probt die Speeldeel pro Stück. Angesichts des Aufwands gilt im Ensemble der Grundsatz: „Der Text muss sitzen“, sagt der Regisseur auch mit Blick auf die treuen Zuschauer, die aus der ganze Region kämen. Das zahle sich spätestens in den zwölf bis 15 Vorstellungen pro Spielzeit aus. „Da muss es harmonieren“, betont Schäfe.

Es gibt zahlreiche Anekdoten, die sich vor und hinter den Kulissen abspielten – kurios und dramatisch. Kostproben aus dem Nähkästchen: Vor Jahren wurde ein Darsteller während der Aufführung immer heiterer. Wie sich herausstellte, kippte der Mime in jeder Pause am Tresen einen Schnaps. „Dabei vertragen sich so viel Alkohol und Theaterspielen gar nicht“, sagt Altermann-Schoer. Einmal erlitt ein Zuschauer während einer Vorstellung einen epileptischen Anfall. Er kam ins Krankenhaus, die Aufführung fiel ins Wasser. Für Lacher sorgte ein Schauspieler, der wegen seiner Rolle im Stück eine Perücke trug – diese jedoch in einer Szene vergaß. „Warst du beim Frisör?“, erkundigte sich die Bühnenpartnerin. Der Saal tobte.

Am 14. November feiert die Osdörper Speeldeel ihr 40-jähriges Bestehen mit geladenen Gästen. Die nächste Premiere steigt am 2. April. Welches Stück im kommenden Frühjahr gespielt wird, steht noch nicht fest. Das Ensemble sucht übrigens noch Darsteller – gern junge Männer.

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