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Nachfrage nach Immobilien bleibt

Gettorf Nachfrage nach Immobilien bleibt

Ob in Gettorf, Blickstedt, Revensdorf oder Schinkel: Baugrundstücke gehen weg wie warme Semmeln. Die zuletzt im Amtsbereich Dänischer Wohld erschlossenen Neubaugebiete waren in der Regel deutlich schneller ausverkauft als zunächst vermutet.

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Starke Nachfrage: Junge Familien, aber auch Senioren, schätzen die gute Infrastruktur in Gettorf und Umgebung. Die in den vergangenen Jahren erschlossenen Neubaugebiete, wie hier in Blickstedt, waren schnell ausverkauft.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Für den Gettorfer Immobilienmakler Andreas Kobzik ist dies nicht überraschend. Die Nachfrage nach Immobilien sei ungebrochen. Dies gelte nicht nur für Eigenheime, sondern auch für Mietwohnungen und Gewerbeobjekte, so der 52-Jährige.

Nach wie vor liegt Deutschland mit seiner Eigenheimquote im europäischen Vergleich am unteren Ende. Die anhaltende Niedrigzinsphase und der Wunsch, durch eine gute Energetik die Betriebskosten niedrig zu halten, beflügeln nach Kobziks Worten jedoch die Lust am Bauen. Außerdem finanziere eine Bank eher einen Neubau mit guter Energieausbeute als eine Immobilie aus dem Altbestand. „Wer eine gebrauchte Immobilie kauft, sollte anstehende Modernisierungskosten mit einkalkulieren“, rät der Makler.

Dass Baugrundstücke im Gettorfer Raum so begehrt sind, dürfte vor allem auf die gute Infrastruktur zurückzuführen sein. „Ganz wichtig ist ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen“, so der Immobilienexperte. Hier muss Gettorf bekanntlich nachlegen. Bei den Prognosen hatte man sich zu sehr auf die Entwicklung im Neubaubereich konzentriert und dabei zu wenig die starke Fluktuation im Altbestand berücksichtigt. Und hier kommt neben jungen Familien eine zweite große Gruppe ins Spiel: die Senioren. Nachdem die Kinder längst ausgezogen sind, werden ihnen Haus und Garten oft zu groß. Sie versuchen, die Immobilie zu verkaufen, um mit dem Erlös eine Eigentumswohnung in Gettorf zu finanzieren. Kobzik weiß aus seiner mittlerweile zwölfjährigen Erfahrung als selbstständiger Immobilienmakler, dass diese Rechnung nicht immer aufgeht, weil sich für die Altimmobilie nicht der gewünschte Verkaufspreis erzielen lässt. Apropos Preise: Nachdem diese in den vergangenen Jahren deutlich nach oben gingen, rechnet Kobzik damit, dass sich die Preisspirale nicht unendlich weiterdrehen wird. „Ich gehe davon aus, dass bald das Ende der Fahnenstange erreicht ist“, so der Makler.

Junge bauwillige Familien müssten nach Ansicht des Diplom-Betriebswirts (FHJ) in Deutschland besser unterstützt werden. Als unsozial bezeichnet er die jüngste Erhöhung der Grunderwerbssteuer in Schleswig-Holstein auf sechseinhalb Prozent. Dieser hohe Satz treffe vor allem Familien mit schmalem Einkommen. Oftmals sei auch nicht bekannt, dass die meisten Banken die Kosten für die Grunderwerbssteuer sowie die Gerichts- und Notarkosten nicht mitfinanzierten.

Der Druck auf den Mietwohnungsmarkt wird nach Überzeugung Kobziks weiter zunehmen – nicht zuletzt auch wegen der Zuwanderung durch Flüchtlinge. Das Engagement des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens Eckernförde (GWU), in Gettorf bezahlbaren Mietwohnraum zu schaffen, sei deshalb zu begrüßen.

Die seit 1. Juni geltende gesetzliche Regelung, dass nicht mehr Wohnungssuchende, sondern Vermieter die Maklercourtage bezahlen (Bestellerprinzip), hat laut Kobzik nur anfangs kurzfristig zu einem Auftragsrückgang geführt. Inzwischen habe sich herumgesprochen, dass zum Vermieten mehr gehört als das Aufgeben einer Anzeige. Als Beispiele nannte der Makler die Klärung rechtlicher Fragen sowie Bonitätsprüfungen.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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