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Lange Löffel und edles Gefieder

Kleintierschau Lange Löffel und edles Gefieder

Das geschäftige Krähen und Schnattern ist schon am Eingang zu hören. 343 Hühner, Enten, Gänse und Tauben aller Größen und Farben sowie 185 Kaninchen vom Riesen bis zum Zwerg sind am Wochenende in der Turnhalle am Schulzentrum zu sehen.

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Eine enorme Bandbreite an Farbzeichnungen und Größen: Michael Küster und Jungzüchter Leven-Julian Komm (14) vom Rassekaninchenzuchtverein zeigen einen Riesenschecken Havanna-Weiß, einen Zwergschecken und einen Holländer.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Kleintierschau der Eckernförder Rassegeflügel- und der Rassekaninchenzüchter gilt als eine der schönsten in Schleswig-Holstein.

 Mit Liebe zum Detail sind neun Schau-Volieren herbstlich geschmückt. Vor einem stilisierten Bauernhof stolzieren die prächtigen Cröllwitzer Puten auf und ab. Wie für den Fotografen bestellt, schlägt der posierende Puter mit seinen Schwanzfedern ein Rad. Die Cröllwitzer Puten gehören mit fünfeinhalb Kilo Lebensgewicht nicht nur zum größten Geflügel der Schau, sie sind auch Vertreter einer von vielen alten Haustierrassen, die vom Aussterben bedroht sind.

 „Das Züchten ist eine schöne Freizeitbeschäftigung, hat aber auch eine andere Seite“, sagt Albert Spreu, Vorsitzender des Eckernförder Rassegeflügelzüchtervereins. „Wir bewahren einen Gen-Pool.“ In ihrem Bestand bedroht sind auch die Deutschen Legegänse. Sie legen nicht nur 50 bis 70 Eier pro Jahr. „Sie sind die genetische Basis für alle Weihnachtsgänse, die es heute gibt“, erläutert Spreu. Der Osterrönfelder selbst züchtet unter anderem die seltenen Pommernenten. „Vom Farbschlag Blau gibt es nur noch 50 Zuchttiere in Deutschland“, sagt er. Bei der Ausstellung mit dabei sind auch Züchter, die in Groß Wittensee eine Nutztier-Arche gegründet haben.

 Kleintierhalter sind keine Altherren-Riege mehr. „Bei uns im Vorstand beträgt der Altersschnitt 35 Jahre, im Verein liegt er bei 54“, erzählt Spreu. Er spricht auch von einem Trend hin zum Wassergeflügel und zu Großhühnern. „Der Wunsch nach Selbstversorgung, dem eigenen Ei von der eigenen Henne, kommt wieder“, ist er überzeugt. Wer selbst Geflügel oder Kaninchen halten möchte, sollte allerdings einiges beachten: Ein Huhn etwa braucht mindestens fünf Quadratmeter Platz, das Riesenschecken-Kaninchen einen ein Quadratmeter großen Stall. Zudem muss die Haltung in Wohngebiet oder Schrebergarten erlaubt sein. Einsteiger erhalten Unterstützung von den Zuchtvereinen.

 Anregungen vermittelt die vielfältige Schau auf jeden Fall: Von Küken über Perlhühner und Fasane bis zum Riesenschecken Havanna-Weiß ist alles dabei. Eine Eierschau zeigt die Spannbreite vom mächtigen Straußen-Ei bis zum ein Zentimeter großen Zebrafinken-Ei. Einige Zuchttiere sowie Kleintierbedarf können erworben werden. Bei einer Tombola gibt es Preise zu gewinnen. Eine besondere Geschichte haben übrigens die edlen Lahore Tauben. Sie sollen 1887 aus Indien nach Deutschland eingeführt worden sein – als lebendiges Tiger-Futter für den Berliner Zoo.

Die Öffnungszeiten: Sonnabend 9 bis 18 Uhr (14 Uhr Kaninhop), Sonntag 9 bis 17 Uhr.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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