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Vision für den Strand

Seebrücke Vision für den Strand

Seit 2008 gibt es Bestrebungen in Eckernförde, den Parkplatz Exer als Hotel-Standort zu entwickeln. Ein Exposé dazu brachte auf Messen bislang keinen Erfolg. Jetzt stellte Touristikmanager Stefan Borgmann im Finanzausschuss eine tiefer gehende Studie der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg (Hamburg) zu dem Vorhaben vor.

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Südlich des Stadthotels (hufeisenförmig) könnte auf dem Exer ein Hotel mit 100 bis 165 Betten entstehen. Zusätzliche Attraktion wäre eine Seebrücke.

Quelle: privat

Eckernförde. Sie beinhaltet neben einem Hotel auf dem Exer mit 100 bis 165 Betten auch eine davor liegende, 180 Meter lange Seebrücke. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie stark die Stadt künftig den Tourismus noch vorantreiben will, ohne dass dessen Nachteile (Saisonabhängigkeit, Verkehr) überhand nehmen?

Mit dem 6750 Quadratmeter großen Parkplatz Exer besitzt Eckernförde eine 1a-Lage am Strand. Allerdings buhlen auch andere Tourismusgemeinden um Hotel-Investoren. Deshalb genüge eine Fläche allein nicht, so Borgmann. Gewünscht sei eine attraktive öffentliche Infrastruktur, ein touristischer Anziehungspunkt. Diesen soll die Seebrücke bieten, die mit Kosten von zwei Millionen Euro veranschlagt ist und von der Stadt gebaut werden müsste. Laut Borgmann wären 60 Prozent Förderung möglich. Hinzu kämen geschätzte 80.000 Euro pro Jahr an Kurabgaben aus der Hotelnutzung, die zur Refinanzierung beitragen würden. Der Brückenvorplatz ließe sich mit Shops, kleinem Restaurant und Veranstaltungen beleben.

Das Hotel selbst sollte laut Studie 165 Betten (Drei-Sterne-Standard) oder 100 Betten (vier Sterne) umfassen. Nicht gewollt ist ein großer, hoher Monolith. Die Planer stellen sich stattdessen Gebäude in der Höhe des heutigen Stadthotels (zwei Geschosse plus Staffelgeschoss) vor. Die Parkplätze würden in Tiefgaragen verlagert. Dabei wäre allerdings zu beachten, dass eine gewisse Anzahl an Stellflächen für die öffentliche Nutzung, sprich Bücherei und Stadthalle, vorgehalten werden muss. Konkrete Zahlen dazu wurden nicht genannt.

Bürgermeister Jörg Sibbel richtete im Zusammenhang mit der Hotelplanung die Grundsatzfrage an die Politik, wie sich der Tourismus in Eckernförde weiter entwickeln soll. Eine attraktivere Innenstadt, Promenaden, das Ostsee-Info-Center und Verkehrsberuhigungen hätten dazu beigetragen, dass das Ostseebad im Sommer gut ausgebucht ist und inzwischen an seine Auslastungsgrenzen bei der Aufnahme von Gästen stößt. „Wollen wir die Zahlen weiter steigern und investieren? Oder wollen wir inne halten und eine Pause einlegen?“, so Sibbel. Solle der Tourismus in Eckernförde ein Wirtschaftsstandbein von mehreren bleiben oder sich zur Hauptsäule entwickeln? Hier sieht der Bürgermeister eine Weichenstellung der Politik gefordert.

Borgmann skizzierte die bisherige Entwicklung. So wuchs die Zahl der Gäste in Eckernförde in den vergangenen sechs Jahren von 36.000 auf 50.000 im Jahr, Tendenz steigend. Die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich von 127.000 auf 173.000. Dabei ist das Ostseebad mit 337 Anbietern von Ferienwohnungen und -zimmern eher kleinteilig aufgestellt. Sie stellen rund 73.000 der Übernachtungen. 100.000 entfallen auf die Hotels, von denen das Stadthotel mit 70 Zimmern das größte ist, gefolgt vom Mango’s (35) und der Seelust (32).

In der anschließenden Aussprache bezeichnete Bürgervorsteherin Karin Himstedt (CDU) das Hotelprojekt als eine „qualitative Abrundung“ des Tourismus-Angebots in Eckernförde, um auf Dauer das Niveau halten zu können. Es fehlten größere Hotelkapazitäten. Martin Klimach-Dreger (SPD) bezeichnete den Exer als „interessante Lage“. „Wir sollten weiter daran entlang denken, nein sagen kann man später immer noch.“ Rainer Beuthel (Linke) warnte vor einem möglichen Parkplatz-Engpass auf dem Exer.

Bis zum nächsten Finanzausschuss am 13. Oktober soll sich die Politik Gedanken machen, ob das Hotel-Projekt am Exer weiter verfolgt und mit potenziellen Investoren gesprochen werden soll oder nicht. Denn neben Vorteilen wie Einnahmen und Arbeitsplätze gibt es auch Nachteile. Dazu gehören die Kosten für die Seebrücke, aber auch zunehmender Verkehr mit wachsenden Touristenströmen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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