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Junge Leute spielen auf Platt

Eckernförde Junge Leute spielen auf Platt

Platt schnacken und Theaterspielen – das klingt nach Speeldeel und weniger nach Freizeitvergnügen für junge Leute. Doch die schleswig-holsteinische Heimatsprache zieht auch und vielleicht gerade in einer immer medialeren Welt bei Heranwachsenden.

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Jan-Ole Hoffmann (18), Nina Willmann (19) und Lukas Hirsch (18)Plattdeutsches Theaterprojekt für Jugendliche

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. In Kooperation mit der Plattdüütsch Theotergrupp Eckernför startet Stephan Greve ein Theaterprojekt für Jugendliche. Erste Interessenten haben sich schon gemeldet, weitere sind willkommen.

 Jan-Ole Hoffmann (18), Nina Willmann (19) und Lukas Hirsch (18) kennen sich schon aus anderen Theater-Workshops. Jetzt wollen sie in das Plattdeutsch-Projekt mit einsteigen. „Das Theaterspielen steht für mich zwar im Vordergrund“, erzählt Lukas. „Aber Platt nehme ich gerne mit.“ Er selbst wurde in Süddeutschland geboren, kam aber schon im Kindergarten in Kontakt mit der norddeutschen Sprache. Auch Nina hat wenig Erfahrung mit Platt, freut sich aber besonders auf das Theatertraining. Nur für den Holzdorfer Jan-Ole ist das Niederdeutsche bereits geläufig. „Mein Opa und mein Vater sprechen es, und mein Vater würde es cool finden, wenn ich es auch sprechen würde.“

 Projektleiter Stephan Greve will die jungen Leute behutsam ans Plattdeutsche heranführen. Vorne an steht die Theaterarbeit. „Ähnlich wie eine Schauspielschule geht es um Körpererfahrung, Stimmtraining, das Bearbeiten von Rollen und ein wenig Theater-Theorie. „Das Wichtigste aber ist die Praxis“, sagt Greve. Er selbst ist Praktiker: Er schreibt Theaterstücke, ist viel unterwegs als Regisseur (unter anderem für die Niederdeutsche Bühne), steht hin und wieder als Schauspieler auf der Bühne und bildet in Eckernförde ein plattdeutsches Duo mit Joachim Thomsen.

 Mit dem Theatertraining kommt die Sprache hinzu. „Wir lernen kleine Passagen auswendig, um ein Gefühl dafür zu bekommen“, erläutert Greve. Denn er weiß: „Auf Platt lässt sich vieles charmanter ausdrücken, was in Hochdeutsch sehr hart klingt“. Auch Greve hat das Niederdeutsche erst über das Theater gelernt. „Meine Großmutter stammte aus Husum und ich bekam immer einen Rüffel, wenn ich sie falsch verstanden hatte“, erinnert er sich. Mit jungen Leuten hat der Theatermann bereits ein Musical inszeniert. In seinem aktuellen Vorhaben in Eckernförde möchte er jetzt ein modernes Drama mit Jugendbezug auf die Bühne bringen.

 Ziel des plattdeutschen Theaterprojekts ist es, im Februar 2016 das Stück Fridag Nacht zur Aufführung zu bringen. Gesucht werden noch Mitspieler im Alter von 14 bis 25 Jahren. Die Treffen sind jeweils mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr in der Pestalozzischule. Weitere Infos unter Tel. 04303/1214 oder www.stephan-greve.de.

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