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Ein Rudel wie in Alaska

Alaskan Malamutes Ein Rudel wie in Alaska

Doris und Klaus Stüben aus Kosel züchten seit ein paar Jahren Alaskan Malamutes. Die Hunde sind nicht nur knuffig, sondern wollen auch ausgelastet sein. Sie können ein vielfaches ihres eigenen Körpergewichtes ziehen und sind echte Arbeitstiere.

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Doris und Klaus Stüben mit Akeela (zweiter Hund von links) und ihren acht Welpen.

Quelle: Birgit Johann

Kosel. Achtung Teddybär-Alarm! Nukka, Smilla, Shashi, Hamp und ihre vier Geschwister stürzen zum Futternapf und vernichten innerhalb weniger Minuten dessen Inhalt. Zwar sind die sieben Wochen alten Fellknäule in Wahrheit als Alaskan Malamutes geboren, der wohl ältesten arktischen Hunderasse. Aber angesichts des Charmes der tapsigen Acht, ihrer breiten Köpfchen und ihres dicken Pelzes drängt sich der Vergleich zu Knuddel-Teddys förmlich auf.

Kimbears lautet denn auch das Markenzeichen, das sich ihre Menschen, Doris und Klaus Stüben aus Kosel, für ihre Zucht ausgedacht haben. „Kim” käme von „kimbrischer Halbinsel”, erklärt Klaus Stüben. Zu ihr gehört bekanntlich Schleswig-Holstein, und die Stübens dürfen sich als die nördlichsten Malamuten-Züchter Deutschlands bezeichnen. Der hauptberufliche Heilpraktiker und seine Frau, pensionierte Beamtin, waren früher eingefleischte Husky-Fans. Seit ein paar Jahren dreht sich bei ihnen aber alles um Malamuten.

 Vier erwachsene Tiere haben sie schon: Tokki und Soyola sowie Yoki und Akeela. Letztere, drei Jahre alt, gebar dann am 10. November 2015 die acht gesunden Welpen – fünf Mädchen und drei Jungs – von einem Briten mit dem stolzen Namen Leader. Davon, dass dieser Malamute nicht nur über guten Leumund und astreine Papiere verfügt, sondern auch über ein freundliches, sozialverträgliches Wesen, hatte sich Klaus Stüben bereits im Januar 2015 überzeugt. Im September fuhr die Familie – zwei Menschen und vier stattliche Hunde – dann zusammen noch einmal nach England, genauer gesagt nach Bothel in Cumbria, um Akeela decken zu lassen.

Foto: Erst fressen, dann toben und dann auf der Terrasse in der Sonne dösen. Dass das Thermometer minus drei Grad anzeigt, stört die Malamuten-Kinder nicht.

Erst fressen, dann toben und dann auf der Terrasse in der Sonne dösen. Dass das Thermometer minus drei Grad anzeigt, stört die Malamuten-Kinder nicht.

Quelle: Birgit Johann

 Mittlerweile wiegen die Ergebnisse bereits sechs Kilogramm und mehr pro Exemplar. Für ihr zurzeit zwölfköpfiges Hunderudel benötigen die Stübens jeden Tag vier Kilogramm Futter. Ein 15-Kilo-Sack kostet sie rund 50 Euro. Nicht unbedingt ein ganz billiges Hobby, zumal Tierarztkosten und weiteres hinzu kommen. Klaus Stüben hat jetzt einen Lieferwagen zum Wohnmobil umgebaut. Sechs Hundeboxen, ein Menschendoppelbett und eine Miniküche mit Herd finden darin Platz. Denn Anyu und Chico, zwei der drolligen Achtlinge, werden bei den Stübens bleiben.

 Das Auto transportiert außerdem bei Reisen ins geliebte Schweden neben Nahrungsmitteln für sechs Vier- und zwei Zweibeiner Pulkas, Schlitten, Skier oder Spezial-Roller, auf denen sich Frauchen und Herrchen mit Begeisterung durch die Gegend ziehen lassen. Mit acht bis 35 km/h flitzen die Gespanne durch die Landschaft, die gerne verschneit und eisig sein darf. Im vergangenen Jahr zeichnete der Deutsche Club für Langstrecken und Touren (DSLT) Klaus und Doris Stüben für 750 Kilometer mit dem ersten Platz aus. Und dieses Jahr geht es auch bald wieder los: Im Februar steht die schwedische Provinz Dalarna auf dem Programm.

 Die intelligenten und friedfertigen, manchmal etwas eigenwilligen und bis ins Alter verspielten Malamuten möchten im wahrsten Sinne ausgelastet sein. Sie ziehen ein Mehrfaches ihres Körpergewichtes, das idealerweise zwischen 32 und 39 Kilogramm liegt, mühelos übers Gelände. Während Huskys mehr auf Schnelligkeit gezüchtet werden, wollen Alaskan Malamutes arbeiten. Wer sich solche Tiere zulegt, muss dies bedenken und auch die Tatsache, dass sie in Gemeinschaft richtig aufblühen.

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