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Teamspaß mit der Boßelkugel

Dänischenhagen Teamspaß mit der Boßelkugel

Mag sein, dass Boßeln seine Schwerpunkte eher im nördlichen Niedersachsen und im Westen Schleswig-Holsteins hat. Doch längst sind die meist farbigen Boßelkugeln auch in den Osten unseres Landes gerollt. Zwei Ortsbesuche in Dänischenhagen und Lindau.

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Mit einem schwungvollen Wurf startet Peter Hirt (6. von rechts) vom Team Rot die Boßeltour des MTV Dänischenhagen.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Dänischenhagen/Lindau. Sonntag, 8.50 Uhr, Dänischenhagen. Auf dem Parkplatz beim Sportheim des MTV trudeln nach und nach die Mitglieder der Wandergruppe und anderer Sparten ein. Eine Teilnehmerin schwärmt vom vergangenen Jahr: „Ich war total begeistert.“ Organisator Bernd Scharnberg kommt und wuchtet gleich den Bollerwagen für Verpflegung und Zubehör aus dem Auto. Die Gruppe mit über 20 Leuten wird geteilt, in Rot und Blau. Damit jeder weiß, wann er mit Werfen dran ist, gibt es Halsbänder mit farbigen Nummern.

 9.15 Uhr. Los geht’s Richtung Grünredder. Begleitet von munteren Gesprächen – und das ist es auch, was Scharnberg am Boßeln so schätzt: „Die Gemeinschaft und der Spaß miteinander.“

 9.25 Uhr. Peter Hirt, Rot 1, greift sich am Start die Pockholzkugel seines Teams. Die Tour führt über gut vier Kilometer. Gewonnen hat am Ende das Team, das die Strecke mit den wenigsten Würfen bewältigt. Peter Hirt gefällt das „gemeinschaftliche Bewegen in der Natur“. Schwungvoll legt er mit der Boßelkugel vor.

 9.35 Uhr. Michael Nolda (Blau 3) kennt sich mit Kugeln aus, er gehört der Boule-Sparte des MTV an. Doch ein Vorteil sei das nicht, meint er: „Boule ist ja viel präziser.“ Das hindert ihn natürlich nicht an einem gut platzierten, weiten Wurf mit der Pockholzkugel.

 10.20 Uhr. Ortswechsel nach Lindau. Die Boßler sind schon von Weitem zu sehen: Über 150 Teilnehmer starten am Bunker in Ruckforde, um sich über die gesperrte Straße „An der Mühlenau“ werfend Richtung Lindau zu bewegen. Die 35 Teams tragen Namen wie Mühlenweiber, NOK-Biker oder Team Ruckforde – letzteres stellen Flüchtlinge aus Syrien, die dabei von dem Lindauer Gunter Schwerdtfeger betreut werden. Sie haben schon mal mit den roten und blauen Gummikugeln geübt und sind zuversichtlich: „Das ist einfach.“

 10.30 Uhr. Menschen in der Gemeinde mit fünf Ortsteilen und etwa 1250 Einwohnern zusammenbringen: Auch diese Idee steckt hinter dem Boßelturnier, erklärt Harald Kelm von der Freien Wählergemeinschaft Lindau. Diese organisiert das Turnier mit vielen Helfern im 14. Jahr, längst nicht mehr mit Leihkugeln aus Schwansen, wie anfangs.

 10.45 Uhr. Seit einer dreiviertel Stunde starten die gutgelaunten Teams nach und nach, nun sind fast alle auf der Strecke. Das Team Kümmerlinge aus Großkönigsförde gehört zu den Profis, auch in Sachen Ausrüstung: Stolz präsentieren die Männer das Highlight ihres Bollerwagens – eine große Auswahl an Kanapees.

 10.55 Uhr. Die Kugeln rollen nicht nur vorwärts, sondern angesichts der Boßlermengen auch rückwärts. „Vorsicht!“, brüllt deshalb immer irgendeiner irgendwo. Auch Anfeuerungsrufe schallen übers Land. Und am Straßenrand werden die nächsten Werfer gecoacht: „Schatz, du musst gleich mit Schwung mittig.“

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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