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Kuscheln mit Elvis, Paula und Popeye

Eichhörnchen-Schutzstation Eckernförde Kuscheln mit Elvis, Paula und Popeye

„Jetzt wird es langsam etwas ruhiger“, sagt Moni Rademacher von der Eichhörnchen-Schutzstation Eckernförde und holt Paula aus dem mit Decken und Stoffresten ausgelegten Tragekorb. Paula ist ein junges Hörnchen und scheint den Begriff ruhig nicht zu kennen. Nachdem sie gefüttert und versorgt wurde, krabbelt Paula voller Zuneigung an der Ersatzmutter herum und lässt sich nur allzu gern von ihr streicheln.

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Ein eingespieltes Team mit ganz viel Zuneigung für die kleinen Hörnchen: Moni Rademacher (Mitte), Janne Spieker und Heiko Moltzen mit den Drillingen Mäxchen, Elvis und Popeye sowie mit Paula und Wolke.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Die ruhigere Phase, die die Leiterin der Eichhörnchen-Schutzstation Eckernförde angesprochen hat, bezieht sich auch weniger auf ihren flinken Schützling als vielmehr auf die Jahreszeit. Denn für die kommenden Wochen und Monate rechnet die 44-Jährige nicht mehr mit so vielen zu betreuenden Jungtieren.

 Die Zahl, die die Ehrenamtlerin nennt, scheint schier unglaublich. Seit Anfang des Jahres hat sie bei sich knapp 130 Hörnchen aufgenommen und versorgt – zumeist Jungtiere. Manche von ihnen sind nur wenige Tage alt. Die müssen alle ein bis zwei Stunden mit einer ganz speziellen Aufzuchtmilch gefüttert werden – auch nachts. Für Moni Rademacher bedeutet das unzählige schlaflose Nächte und Arbeitstage, an denen es nur mit ganz viel Kaffee gelingt, wach zu bleiben.

 Betrieben wird die in Verlängerung des Hans-Christian-Andersen-Weges gelegene Schutzstation seit 2006 vom Verein Umwelt Technik Soziales (UTS). Moni Rademacher ist von Anfang an dabei. Seit 2007 leitet sie die Einrichtung. „Da steckt mein ganzes Herzblut drin“, sagt sie und wischt damit die Frage, wie man über Monate mit nur wenigen Stunden Schlaf pro Nacht auskommen kann, kurzerhand vom Tisch. Ans Aufhören verschwendet sie trotz der Strapazen keinen Gedanken. Im Schnitt zieht sie etwa 150 bis 160 Tiere pro Jahr groß. Mal sind Drillinge dabei, wie Mäxchen, Elvis und Popeye, die derzeit ihre ganze Aufmerksamkeit fordern. Und selbst Fünflinge, die kaum Überlebenschancen hatten, wurden unter ihrer Obhut gesund und konnten ausgewildert werden.

 Doch nicht alle schaffen das. Manch ein Hörnchen bleibt aufgrund von Handicaps unterschiedlicher Art ein Dauergast auf der Station. Mal sind es Zahnfehlstellungen, die das Knacken von Nüssen verhindern, mal Sehschwächen, die ein Überleben in freier Wildbahn unmöglich machen. Derzeit gibt es fünf solcher Dauergäste, die von ehrenamtlichen Helfern wie Heiko Moltzen, FÖJlerin Janne Spieker oder Ein-Euro-Jobbern betreut und versorgt werden. Alle anderen Hörnchen, die Ersatzmutter Moni Rademacher aufzieht, werden auf die spätere Auswilderung vorbereitet.

 Nachdem die Station aufgrund einer Renovierung des Geheges für Dauergäste vorübergehend geschlossen war, ist das Gelände nun wieder geöffnet. Derzeit kommen pro Tag rund 100 Besucher. Im vergangenen Jahr, so weiß die Leiterin, waren es insgesamt rund 11000 Besucher, vorwiegend Schulklassen oder Kinder aus Ferienfreizeiten, die zumeist viele Fragen hatten. Zum Beispiel, welche Funktion der buschige Schwanz hat. Auf vieles gibt es eine Antwort. Allerdings nicht auf alles. So wollte ein Besucher unlängst wissen, ob die Hörnchen Eier legen, erzählt Heiko Moltzen und kann sich auch im Nachhinein ein Lachen nicht verkneifen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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