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Sie zeigen Leistungsstärke

Inklusion Sie zeigen Leistungsstärke

Menschen mit Handicap einstellen oder weiterbeschäftigen lohnt sich für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Wie man dafür sorgt, dass Inklusion keine Einbahnstraße ist, erfuhren Unternehmer am Freitag in der Eckernförder Werkstatt auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

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Werkstattbeschäftigter Stefan Frahm zeigt Thorsten Lilienthal von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Unternehmer Andreas Bellmann aus Eckernförde Tischlerarbeiten. Dieter Petersen von der Leitung führt die Gäste durch den Betrieb (von links).

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Erstmals war die Unternehmerrunde in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zu Gast. „Ein ausgewachsener Wirtschaftsbetrieb“, stellten die Gäste schnell fest. 55 Mitarbeiter für Anleitung, Ausbildung und Betreuung und 240 Beschäftigte mit unterschiedlichen Handicaps bilden die Belegschaft. Die Erläuterungen des stellvertretenden Chefs Dieter Petersen und der pädagogischen Leiterin Antje Petersen, die auch das Job-Coaching Schwerbehinderter für den ersten Arbeitsmarkt innehat, beeindruckten. Einige Besucher hörten erstmals, was die hier geleistet wird und wie motiviert die Beschäftigten sind. „So freundliche und leistungsbereite Angestellte können auch bei Ihnen Herzens- und Türöffner sein“, merkte Antje Petersen an.

Neben der Fertigung eigener Produkte wie Vogelhäuser, Nistkästen, Feueranzünder sind Werkstattangehörige auch im Auftrag der Wirtschaft tätig. „Zum Beispiel für die Spirituosenfirma Behn, die Schnäpse für besondere Anlässe hier verpacken lässt, oder Firmen, die professionelle Sandstrahlarbeiten erledigen lassen“, erläuterte der Leiter. Neben der modernen Tischlerwerkstatt gibt es Gartenbautrupps und Teams, die in der eigenen Kaffeerösterei in Eckernfördes Speicherpassage oder im Rösterei-Café im Krankenhaus arbeiten und versiert mit Kunden umgehen.

Aber Schwerbehinderte einstellen, wenn man damit selbst noch keine Erfahrung damit hat? Sabine Kerstensteiner, Unternehmensfachberaterin für das Aktionsbündnis Schleswig-Holstein bei den Unternehmensverbänden, nimmt dem Thema Inklusion die Hemmschwelle und vermittelte den Firmen Hilfen. Sie zeigte auf: Wer Schwerbehinderte einstellt, „spart“ nicht nur die Ausgleichsabgabe. Firmen mit über 20 Mitarbeitern müssen zahlen, wenn unter fünf Prozent der Beschäftigten diesen Status haben. „Als Unternehmer bekommen Sie auch Förderung für Eingliederungsmanagement und Arbeitsplatzausstattung, wenn Sie Menschen mit Handicap einstellen. Und bis zu 25000 Euro Zuschüsse sind möglich, wenn Sie eine Investition tätigen und ein neuer schwerbehinderter Mitarbeiter den Arbeitsplatz einnimmt.“ Beispiel: Eine Baufirma bei Flensburg fand endlich den Baggerfahrer, den sie suchte. Weil der 61-Jährige schwerbehindert ist, profitiert die Firma jetzt doppelt: von der hohen Motivation des Mannes und dem Höchstzuschuss für den nagelneuen Bagger.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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