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Es fehlt an Geld und Sprachlehrern

Eckernförde Es fehlt an Geld und Sprachlehrern

Mit der wachsenden Flüchtlingszuweisung (rund 200 werden dieses Jahr in der Stadt erwartet) wird auch die Hilfe in Eckernförde weiter ausgebaut. Lutz Oetker, Geschäftsführer vom Trägerverein UTS (Umwelt/Technik/Soziales), lud zu einer Zwischenbilanz ein. Zur Stärkung der Willkommenskultur haben sich inzwischen rund 80 engagierte Helfer gefunden, die ehrenamtlich begleiten, betreuen, unterrichten. Darüber hinaus hat die Stadt in Kooperation mit der gemeinnützigen Pro Regio GmbH eine Stelle eingerichtet, die sich zwei Integrationslotsinnen teilen. Es gibt aber auch Probleme wie den Mangel an Sprachlehrern.

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Hanane Dhaibi ist neben Susanne Möller die neue Integrationslotsin für neue Flüchtlinge in der Stadt Eckernförde.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Laut Sabine Bleyer (UTS) plant das Land eine Eingliederungskette. Der Erstaufnahme von Flüchtlingen soll ein Willkommenskurs folgen. Nach Feststellung des Sprachstands erhalten die Neuankömmlinge einen Sprachkursus zur Erstorientierung. In den Kommunen soll es dann eine ergänzende Sprachförderung geben, berufliche Sprachkurse könnten das Niveau weiter steigern. Die Umsetzung ist laut Bleyer ab Herbst geplant. „Wir gehen davon aus, dass wir dann mehr Deutschkurse bezahlen können.“ Schon jetzt ist absehbar, dass die avisierten Geldmittel nur für einen Teil der Flüchtlinge reichen werden.

Unklar ist zudem, wo genügend Sprachlehrer herkommen sollen. Wer sich dafür geeignet hält, kann sich bei der Koordinationsstelle für dezentrale Betreuung für Asylbewerber im Kreis Rendsburg-Eckernförde melden (Tel. 04331/202-169 oder -117). Meistens ist eine Zusatzqualifikation erforderlich. Gitte Bärbig-Harrsen und Katharina Lübs von der Koordinierungsstelle wollen Ehrenamt und Hauptamt bei der Flüchtlingsbetreuung im Kreis vernetzen. Eckernförde sei schon gut aufgestellt, sagt Bärbig-Harrsen. Ziel der neuen Schnittstelle des Kreises ist es, eine Art Informations-Plattform rund um die Flüchtlingsbetreuung aufzubauen. Dass allerdings Kreisgrenzen auch durchlässig sein müssen, betont eine Vertreterin des Willkommenskreises Höxmark. „Für unsere Flüchtlinge ist Kappeln kürzer und mit dem Rad zu erreichen als Eckernförde.“ Ein wichtiges Thema für Flüchtlinge ist deshalb Mobilität. „Dazu beraten wir gerne“, sagt Oetker.

Großen Einfluss hat auch der Zugang zum Arbeitsmarkt. „Für Personen, die eine Berufsausbildung aufgenommen haben, verbessert sich der Bleiberechtsstatus deutlich“, sagt der UTS-Geschäftsführer. Im Vorfeld bieten sich Praktika an. So habe ein Syrer, der gerade einmal fünf Worte Deutsch konnte, ein Angebot als Schweißer erhalten – „weil er gebraucht wird“, so Oetker. Der Arbeitsmarktzugang ist laut Bleyer auch mit Blick auf den Fachkräftemangel in Deutschland gewollt.

Für Neuankömmlinge sind zunächst grundlegende Dinge zu regeln. Als eine von zwei Integrationslotsinnen in der Stadt Eckernförde hilft hier Hanane Dhaibi. Die gebürtige Marokkanerin und ausgebildete Groß- und Einzelhandelskauffrau lebt seit fünf Jahren in Deutschland. Dass sie arabisch spricht, ist ein Vorteil gerade beim Umgang mit syrischen Flüchtlingen. „Die freuen sich, wenn man sich mit ihnen verständigen kann“, sagt Dhaibi. Sie unterstützt bei Behörden- und Arztbesuchen, beim Wohnungsbezug, der Anmeldungen von Kindern in Kita oder Schule, der Vermittlung von Sprachkursen. Für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge gibt es nach Angaben von der Kreis-Koordinierungsstelle noch Bedarf für die Übernahme von Vormundschaften.

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Christoph Rohde
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Erst ausrangierte Kasernen, dann Turnhallen und nun also Container: Das Land stößt bei der Erstunterbringung von Flüchtlingen an seine Grenzen. Wo von langer Hand geplant werden sollte, wird mittlerweile von Tag zu Tag improvisiert. Recht erfolgreich allerdings, denn bisher gehen die einzelnen Maßnahmen kaum auf Kosten der Helfer und Hilfsbedürftigen.

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