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Wer klebt in Eckernförde Nasen an die Fassaden?

Interaktive Karte Wer klebt in Eckernförde Nasen an die Fassaden?

An Wänden und Fassaden in Eckernförde kleben seit einigen Tagen aus Ton gebrannte Nasen in unterschiedlichen Farben und Formen. Wer dahinter steckt und was es damit auf sich hat, bleibt vorerst ein Rätsel. Der Urheber hat sich noch nicht zu erkennen gegeben.

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"Eine Kindernase ist das nicht", hat der sechsjährige Ben sofort erkannt. Über den Urheber der Straßenkunst in Eckernförde gibt es noch keine Erkenntnisse.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Ende Juli tauchten die Riechkolben erstmals in Rendsburg auf. Beim Bummel durch die Stadt wurden von Passanten nahezu täglich neue Exemplare entdeckt. Mal waren sie breit, mal platt, mal krumm, mal lang. Mitunter knollenförmig, aber ab und an auch wunderschön geformt. Die Farben variierten. Einige waren rot, andere weiß, blau oder dunkelbraun.

Angebracht waren beziehungsweise sind sie zumeist in einer Höhe von knapp zwei Metern. Viele finden es witzig und originell, doch nicht alle denken so. Vereinzelt hat es in den zurückliegenden Wochen in der Kreisstadt Anzeigen wegen Sachbeschädigung gegeben. Befestigt wurden die Nasen mit einem Silikonkleber. Wer versuchte, die kleinen Kunstwerke zu entfernten, musste mit Spuren an der Fassade rechnen.

Rätsel um die „Nasen“ von Eckernförde

Dass Nasen laufen können, ist hinlänglich bekannt. Doch wie sie von Rendsburg nach Eckernförde gelangt sind, bleibt ein Rätsel. Matthias „Hubi“ Huber hat ein dunkelblaues Exemplar erst vor wenigen Tagen im Eingangsbereich seines Restaurants Utgard an der Gaehtjestraße entdeckt. Als er ein Foto davon bei Facebook postete, gab es spontan Hinweise auf weitere Nasenkunst-Exemplare. Eines findet sich an der Unterführung am Lornsenplatz, wo eine Spinne in einem Nasenloch ein neues Zuhause gefunden hat.

Joachim Kandzora, der langjährig in der Eckernförder Kommunalpolitik tätig war, wurde von einem Handwerker, der das Haus am Stolbergring streichen sollte, auf die kleine kunstvolle Nase im Eingangsbereich aufmerksam gemacht. „Wie lange sie dort schon klebt, weiß ich wirklich nicht“, sagt der 91-Jährige. Entfernen will er das Hauttonfarbene Exemplar nicht. „Das ist doch witzig“, meint er und hat Gefallen daran, dass jemand die Eckernförder an der Nase herum führt.

Urheber bleibt unerkannt

In Rendsburg, wo inzwischen weit über 100 solcher Riechorgane im öffentlichen Raum kleben, gibt es allenfalls Vermutungen über den Urheber dieser außergewöhnlichen Kunstaktion. Einige Schnüffler mit der Nase eines Spürhundes meinen, dem Urheber auf die Spur gekommen zu sein: Am Hintereingang des Nordkollegs war Mitte Juli ein Exemplar entdeckt worden. Und weil im Nordkolleg die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ihren Sitz hat, gehen die Hobbydetektive davon aus, dass der Spaßvogel möglicherweise dort zu finden sein dürfte.

Dessen Geschäftsführer Alexander Luttmann will davon allerdings nichts wissen. Dabei gehörte Luttmann zu den ersten Entdeckern einer Nase. Sie war ihm in einer tristen Seitenstraße aufgefallen. Beim Kleben selbst wurde übrigens noch niemand entdeckt. Und so ist davon auszugehen, dass in den nächsten Wochen wohl noch der ein oder andere Zinken im Eckernförder Stadtbild auftauchen wird.

Hier finden Sie die „Nasen“ in Eckernförde

 

Haben Sie noch weitere „Nasen“ in Eckerförde entdeckt? Dann schicken Sie uns den Fundort mit der genauen Adresse (Straße und Hausnummer) an onliner@kieler-nachrichten.de. Wir ergänzen Ihren Hinweis dann in der interaktiven Karte.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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