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Reizgasattacke: 107 Schüler betroffen

Isarnwohld Schule Gettorf Reizgasattacke: 107 Schüler betroffen

107 Fünft- bis Neuntklässer der Isarnwohld-Schule in Gettorf mussten am Montag wegen einer Reizgasattacke – ausgelöst vermutlich durch Pfefferspray – ärztlich behandelt werden. Fünf von ihnen hatten so starke Beschwerden, dass sie vorsorglich in ein Kieler Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

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Rettungskräfte mussten zur Gettorfer Isarnwohld Schule ausrücken.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Ein Verdacht gegen eine Schülerin des Gymnasiums mit Gemeinschaftsschulteil habe sich bisher noch nicht erhärtet, so eine Mitarbeiterin der Polizeistation Gettorf.

Schulleiterin Marion Burkhart nahm gerade eine Prüfung ab, als sie gegen 9.40 Uhr von der Reizgasattacke im sogenannten Z-Gebäude, dem früheren Hauptschultrakt, erfuhr. Die Oberstudienrätin ließ das Gebäude sofort evakuieren. Betroffen waren nach ihren Worten eine fünfte, sechs sechste, zwei siebte, drei achte und zwei neunte Klassen. Kinder und Jugendliche, die über Beschwerden klagten, wurden in das zur Schule gehörende Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) gebracht. Dort kümmerten sich Ärzte, Rettungssanitäter und First Responder – notfallmedizinisch ausgebildete Einsatzkräfte der Feuerwehr Gettorf – um die Kinder und Jugendlichen. Alle anderen Schüler aus dem kontaminierten Gebäude versammelten sich auf Veranlassung der Schulleitung in der Cafeteria und wurden dann auf andere Klassen verteilt. Der Unterricht in den nicht betroffenen Klassen lief nach Auskunft von Burkhart normal weiter.

Heulende Sirenen und ein Großaufgebot an Rettungsfahrzeugen – in der Wohld-Gemeinde sprach sich der Reizgasangriff in der Isarnwohld-Schule in Windeseile herum. Auch Bürgermeister Jürgen Baasch war vor Ort, um sich über den Rettungseinsatz zu informieren. Während die Spezialisten des Löschzuges Gefahrgut im Z-Gebäude Messungen vornahmen, trafen nach und nach besorgte Eltern in der Schule ein, um sich nach ihren Kindern zu erkundigen.

Für die Eltern war im O-Gebäude ein Wartebereich eingerichtet worden. Dort hatten sich auch die beiden Mütter Nicole Nabe und Bianca Jürgensen eingefunden. Die beiden Osdorferinnen waren sich sich einig: „Das war kein Dummer-Jungen-Streich mehr.“

Die für die Kreise Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg zuständige Rettungsdienst-Kooperation Schleswig-Holstein (RKISH) war mit über zehn Einsatzfahrzeugen vor Ort. „Aus rettungsdienstlicher Sicht lief der Einsatz hervorragend ab“, sagte RKISH-Sprecher Stefan Hardt. Die vom Löschzug Gefahrgut vorgenommen Messungen werden laut Pressesprecher Siegfried Brien von Spezialisten der Berufsfeuerwehr in Hamburg ausgewertet. Sie sollen zeigen, ob es sich tatsächlich um Pfefferspray handelte. Ein Ergebnis werde voraussichtlich am Dienstag vorliegen.

Die Feuerwehr Gettorf war mit rund 30 Einsatzkräften auf dem Schulgelände vertreten. Kurz nach 14 Uhr, so Wehrführer Frank-Andreas Greggersen, konnte der Einsatz beendet werden. Das betroffene Gebäude sei gelüftet worden. Am Dienstag könne dort wieder unterrichtet werden.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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